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Stiller Protest bei "Walk for Freedom" gegen Menschenhandel in Heilbronn

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Der Bretzfelder Verein Hope hat beim Schweigemarsch "Walk for Freedom" in Heilbronn sexuelle Ausbeutung angeprangert. Ein Unfall vor wenigen Tagen in Bayern zeigt, das das Thema Menschenhandel aktueller denn je ist.

von Nicole Theuer
Verklebte Münder: Teilnehmer in Heilbronn.
Foto: Franz Theuer
Verklebte Münder: Teilnehmer in Heilbronn. Foto: Franz Theuer  Foto: Theuer, Franz

Gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am "Walk for Freedom" ("Marsch für die Freiheit") am Samstag in Heilbronn Position bezogen. Der Verein Hope aus Bretzfeld hatte dazu aufgerufen, sich an dem weltweit stattfindenden Schweigemarsch zu beteiligen. Allein in Deutschland gingen in 15 weiteren Städten die Menschen gegen sexuelle Ausbeutung und moderne Sklaverei auf die Straße.

Eine kleine Gruppe dunkel gekleideter Menschen fand sich am Samstag am Götzenturm ein. Es war kalt, regnete in Strömen. "Es ist ein Thema, das mich beschäftigt", meinte eine junge Teilnehmerin: "Man liest so viel über Menschenhandel in der Zeitung. Gerade dieser Unfall in Bayern diese Woche hat mir wieder bewusst gemacht, wie aktuell das Thema ist."

Prostitution hat laut Statistik der Stadt in Heilbronn zugenommen

Eine andere junge Frau hatte Statistiken der Stadt gelesen, nach denen wieder mehr Frauen der Prostitution nachgehen. "Ich glaube nicht, dass die das alle freiwillig machen", meinte sie. "Vor allem wenn man sieht, dass sich die Zahlen nach Corona verdreifacht haben. Ich glaube, dass die Dunkelziffer viel höher ist und viele Frauen, die mit Schleusern ins Land kommen, sich prostituieren, damit sie die Kosten für die Schleusung begleichen können."

Auch zahlreiche junge Männer demonstrierten mit. "Menschenhandel gehört viel härter bestraft", fand einer von ihnen. "Meistens werden doch nur die gefasst, die die Autos fahren und nur ganz selten die Hintermänner. Aber solange die auf freiem Fuß sind, wird der Menschenhandel nicht aufhören."

 


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Damals wie heute werden Menschen ausgebeutet

Bei dem Thema fühle er sich an dunkle Momente in der Geschichte erinnert, erklärte ein junger Student. "Es gab Zeiten, in denen es Zwangsarbeit gab. Für mich ist diese Zwangsarbeit mit Zwangsprostitution vergleichbar. Sowohl damals als auch heute werden die Menschen ausgebeutet, wird ihr Wille gebrochen, sie verlieren ihre Menschenwürde und werden behandelt wie eine Sache."

Doch nicht nur mit Menschenhändlern und Schleusern ging eine junge Frau ins Gericht. "Es gibt genügend Männer, die die Dienste der Frauen in Anspruch nehmen. Und es gibt sicher viele, die eher zu einer billigeren Zwangsprostituierten gehen als in ein offizielles Bordell oder zu einer Prostituierten mit einem angemeldeten Gewerbe, die versichert ist und ihre Einnahmen ordnungsgemäß versteuert."

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