Waldenburg/Öhringen
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Brennende Baumaschine auf Gleisen 18 Kilometer führerlos unterwegs

Eine Baumaschine im Bereich von Waldenburg ist in Brand geraten und fährt bis Öhringen. Verletzt wird niemand. Zahlreiche Einsatzkräfte sind vor Ort.

Heike Kinkopf
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Lesezeit 2 Min
abgebrannte Lok
 Foto: Heike Kinkopf

„Das ist eine Lage, die wir nicht alltäglich haben“, meint Torsten Rönisch, Kreisbrandmeister des Hohenlohekreises, zum Vorfall am Mittwochmittag (29.06.). Um 12.25 Uhr wurde der Feuerwehr eine brennende Lok im Bahnhof Waldenburg gemeldet. Dabei handelte es sich um eine Baumaschine, die führerlos fährt. Sie setzte sich brennend in Bewegung und fuhr etwa 18 Kilometer bis zum Hauptbahnhof Öhringen. Feuerwehren und Polizeiwagen begleiteten die Fahrt dort, wo es möglich war, sagt Sven Zaharanski, Revierleiter der Bundespolizei Heilbronn. „Man hatte sich entschlossen, die Baumaschine in Öhringen kontrolliert entgleisen zu lassen.“ 

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abgebrannte Lok
 Foto: Heike Kinkopf

Laut Kreisbrandmeister Rönisch löschten die Feuerwehren kleinere Grünflächen, die durch die vorbeifahrende Maschine Feuer fingen. Feuerwehr und Polizei sorgten dafür, dass niemand der Bahn zu nahe kam. Über die Warn-App Nina wurde die Bevölkerung aufgefordert, wegen des Rauchgases Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Unfallspezialisten der Bundespolizei werden die Brandursache untersuchen und klären, wie es dazu gekommen ist, dass die Baumaschine so weit fuhr. Wie schnell die Maschine unterwegs war, ist nicht klar. Die Angaben vor Ort von Bundespolizisten, wonach sie etwa 30 Kilometer pro Stunde und 15 Minuten lang unterwegs gewesen sein soll, sind widersprüchlich.

Die Baumaschine war nach Angaben von Katharina Hamm, Pressesprecherin der Bundespolizei, bei Gleisarbeiten in Waldenburg im Einsatz. Als sie dort anfing zu kokeln, hätten Arbeiter noch versucht, das Feuer zu löschen. Außerdem entkoppelten sie eine zweite Baumaschine. Mit dieser fuhren sie der brennenden Baumaschine bis etwa Öhringen-Cappel hinterher. Sie wollten die Maschine stoppen und das Feuer löschen. Laut Bernd Faska, Einsatzleiter der Öhringer Feuerwehr, sei der Brand in Öhringen rasch unter Kontrolle gewesen. Es sei dabei zu einer leichten Verpuffung gekommen, "die war aber nicht schwerwiegend".

Etwa 120 Feuerwehrleute aus Kupferzell und Künzelsau sowie Öhringen waren entlang der Strecke und in Öhringen im Einsatz, dazu zahlreiche Polizeistreifen und Beamte der Bundespolizei. Ein Hubschrauber flog die Strecke zwischen Öhringen und Waldenburg ab und fertigte Übersichtsaufnahmen an, sagt Katharina Hamm.

Schienenverkehr zwischen Heilbronn und Öhringen wieder frei

Der Schienenverkehr zwischen Heilbronn und Öhringen wurde am Nachmittag freigegeben, sagt Björn Wasenko, Notfallmanager der Bahn. Er rechnete damit, dass die Strecke bis Waldenburg erst im Laufe des Abends wieder befahrbar sein wird. Mitarbeiter der Bundesuntersuchungsstelle kamen aus Stuttgart nach Öhringen. Sie entscheiden, wann das Fahrzeug zur Bergung freigegeben wird, erklärte Wasenko. Ob das noch an diesem Mittwoch passiere, sei offen. Die Bergung der ausgebrannten Maschine schätzte er als unproblematisch ein. "Ein Kran kommt und hebt sie an." Das werde voraussichtlich zwei bis drei Stunden dauern. 

Landrat macht sich Bild vor Ort

Sobald ein Unfall ein bestimmtes Ausmaß annimmt, wird Matthias Neth, Landrat des Hohenlohekreises, informiert. Er kam zum Öhringer Bahnhof, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Das ist ein Schadensszenario, das hätte gefährlich werden können", sagte er. Es sei gut ausgegangen. Er lobt die Arbeit der Einsatzkräfte: "Das Zusammenspiel ist richtig gut gelaufen und trotzdem muss so ein Geschehen aufgearbeitet werden, um Lehren für die Zukunft zu ziehen."

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