Heilbronn
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Heilbronner Polizei zieht durchwachsene Silvesterbilanz

Nach der Silvesternacht zieht die Polizei Heilbronn eine eher durchwachsene Bilanz. Es sei wieder mehr los gewesen dieses Jahr, doch in den meisten Fällen seien die Einsätze glimpflich verlaufen.

Adrian Hoffmann
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Lesezeit 2 Min
Böller
Die Bilanz der Polizei nach der Silvesternacht ist durchwachsen.  Foto: Mario Berger

Die Silvestereinsätze haben diesmal früh begonnen für die Heilbronner Polizei – nämlich bereits am Freitagnachmittag, als der historische Güterschuppen am Gemminger Bahnhof niederbrannte. Ein konkreter Verdacht steht im Raum, dass das Feuer durch Böllern entfacht wurde. Für die Nacht auf Neujahr zieht die Polizei eine durchwachsene Bilanz. „Wir hatten mehr zu tun als in den Vorjahren, aber für uns war es zu bewältigen“, sagt Polizeisprecherin Petra Rutz an Neujahrmorgen.

Im Bereich des Polizeipräsidiums habe man mehr als 20 Brände zu verzeichnen gehabt, so Rutz weiter. Die meisten hiervon im Stadtkreis Heilbronn sowie im Landkreis. Es handelt sich vor allem um Müllbrände, Heckenbrände und in einem Fall fing ein Altkleidercontainer Feuer. Auch im Hohenlohekreis brannte es drei Mal – in zwei Fällen waren „verirrte Raketen“ der Auslöser, sie landeten auf Balkonen in Öhringen und Künzelsau. Glücklicherweise habe es nirgendwo Verletzte gegeben.

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Zu einem größeren Brand ist es um kurz vor 2 Uhr in der Eichendorffstraße in Bad Rappenau gekommen. Ein Dachstuhl stand in Vollbrand. Verletzt wurde niemand. Die Bewohnerin des Hauses war nach Angaben von Feuerwehr-Kommandant Felix Mann nicht daheim. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 100.000 Euro. Eine knappe Stunde später brannten zwei Papiercontainer am Eingangsbereich des Hohenstaufen-Gymnasiums in Bad Wimpfen. Das Feuer weitete sich auf eine Holzunterkonstruktion des Betonvordaches aus. Der dortige Feuerwehr-Einsatzleiter Jonas Teschler sagt, die Situation sei brisant gewesen, weil das Feuer ins Gebäudeinnere einzudringen drohte – dies konnte aber verhindert werden. Sachschaden: 10.000 Euro.

Verdacht: Mit Raketen und Böllern unsachgemäß umgegangen

In diesen beiden Fällen sowie bei vermutlich den allermeisten anderen Brandeinsätzen in der Region liegt der Verdacht nahe, dass die Ursache für die Feuer in unsachgemäßem Umgang mit Raketen und Böllern zu suchen sein könnte. Die Polizei kann und will hierzu zum jetzigen Zeitpunkt aber nichts dazu sagen. „Brandermittlungen sind immer sehr schwierig“, erklärt Polizeisprecherin Petra Rutz.

Im Fall Gemmingen hatte es zumindest mehrere Augenzeugen gegeben, die in unmittelbarer Nähe zum Brandort Kinder bzw. Jugendliche mit Feuerwerkskörpern gesehen haben. Später hat sich nach Informationen unserer Redaktion auch ein Vater eines Kindes, das dort geböllert haben soll, aktiv bei der Polizei gemeldet. Sprecherin Rutz teilte an Neujahr mit, das man mit einem Kind und mit einem Jugendlichen zu den Vorwürfen bereits gesprochen habe. Es seien noch weitere Absprachen nötig, auch mit der Staatsanwaltschaft, bevor dazu Näheres mitgeteilt werden könne. Daher gelte: Auch in Gemmingen sei die Brandursache weiterhin offen.

Widerstand gegen Polizeibeamte am Heilbronner Rathausplatz

Fazit der Polizei: Es war wieder mehr los dieses Jahr an Neujahr. „Das hatten wir ja auch erwartet“, sagt Rutz – die vergangenen Jahre waren alle noch von der Corona-Pandemie geprägt. Aber auch dieses Jahr habe man bei der Polizei eine Beobachtung gemacht, die so aus ihrer Sicht unerwartet gewesen sei: Größere Menschenansammlungen seien bis auf dem Heilbronner Rathausplatz weitgehend ausgeblieben. Dort am Heilbronner Rathaus habe es aber zwei Mal Widerstand gegen Polizeibeamte gegeben. „Feiernde hatten Böller in alle Richtungen geschossen, auch in Richtung von Menschen“, schildert Rutz. Daher sei ein Platzverweis für die aggressiv Böllernden erfolgt. Hierbei sei niemand verletzt worden, insofern sei auch das verhältnismäßig glimpflich ausgegangen.

Kleinbrände hatte es unter anderem in Beilstein gegeben, wo eine Gartenhecke in Brand geriet, und in Leingarten, wo Mülleimer an einem Mehrfamilienhaus Feuer fingen. „Noch rechtzeitig vor dem Übergreifen auf das Gebäude löschte der Angriffstrupp das Feuer“, teilt die Feuerwehr Leingarten auf ihrer Facebookseite mit. „Nach gut 20 Minuten konnte der Einsatz beendet werden.“

Was zahlreiche Menschen in Ortsgruppen auf sozialen Medien veröffentlichten, war am Samstag auch Polizeisprecherin Rutz aufgefallen. Vielerorts fing das Böllern bereits am Vormittag an und zog sich über Stunden hinweg den ganzen Tag über. Viele Menschen empfanden das dieses Jahr offenbar als deutlich auffälliger und störender als noch vor der Corona-Pandemie.

 

 

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