Kommt eine Zuckersteuer für Süßgetränke? Neun Bundesländer sind dafür
Viele Deutsche sind übergewichtig, auch wegen des Konsums gezuckerter Getränke. Mit einer Softdrink-Steuer wollen die Bundesländer gegensteuern.

Zuckerhaltige Limonaden sollen nach dem Willen mehrerer Bundesländer teurer werden. 9 von 16 Bundesländern setzen sich für eine sogenannte Softdrink-Steuer ein, wie „Bild“ unter Berufung auf eine Protokollerklärung zur Verbraucherschutzministerkonferenz berichtet. Darin riefen die Länder den Bund auf, eine „herstellerbezogene Abgabe“ auf solche Getränke zu prüfen.
Zu viel Zucker: Selbstverpflichtung der Getränkehersteller reicht nicht
Unterstützt wird die sogenannte Softdrink-Steuer demnach von Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen. Nach dem Papier ist „trotz freiwilliger Selbstverpflichtung und Zusagen der Industrie in Deutschland der durchschnittliche Zuckergehalt von z.B. Softgetränken in den vergangenen Jahren nicht in dem Maße gesunken, wie für eine gesundheitsförderliche Ernährung erforderlich wäre“.
In Großbritannien hat die Zuckersteuer positive Effekte
In Großbritannien gibt es solch eine Softdrink-Steuer bereits seit 2018. Ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter müssen die Hersteller von gesüßten Getränken 18 Pence (rund 21 Cent) pro Liter zahlen. Ab acht Gramm Zucker werden 24 Pence fällig. In Großbritannien zeigen Studien, dass die Zuckersteuer positive Auswirkungen auf die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen hat. Auch in anderen Ländern wie Frankreich und Spanien gibt es eine Zuckersteuer für Limonaden seit längerem.
TUM-Forscher haben die positiven Folgen einer Zuckersteuer errechnet
Für Deutschland haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) im vergangenen Jahr berechnet, welche Auswirkungen eine solche Steuer auf die Volkswirtschaft und das Gesundheitssystem hätte. Eine nach Zuckergehalt gestaffelte Steuer würde demnach in den nächsten 20 Jahren bis zu 244.100 Fälle von Typ-2-Diabetes verhindern, heißt es bei der TUM.
Durch die Zuckersteuer würden also die Kosten für Krankheitstage deutlich sinken. Für den Zeitraum von 2023 bis 2043 hat das Forscherteam volkswirtschaftliche Einsparungen in Höhe von rund 16 Milliarden Euro errechnet, davon vier Milliarden Euro an Gesundheitskosten.
TUM-Forscher: Zuckersteuer ist ein wirksames Instrument gegen Übergewicht
"Unsere Studie zeigt, dass ein Abgabe beziehungsweise Steuer auf gezuckerte Getränke eine relevante Maßnahme zur Prävention von Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen darstellt", sagt TUM-Professor Michael Laxy. "Ansätze wie Informationskampagnen haben ihre Berechtigung, sind aber nicht ausreichend und können nur ein Baustein einer wirksamen Gegenstrategie sein", betont er.
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Kommentare
Wolfram Herzog am 18.06.2024 21:46 Uhr
Soll man lachen oder weinen angesichts solchen politischen Unsinns? Außer dass dem Bürger mal wieder Gled aus der Tasche gezogen wird, wird sich da nichts verändern.