Donald Trump lässt Ukraine fallen – und offenbart sich als Komplize des russischen Diktators
Die Verhandlungen über eine Ende des Ukraine-Krieges spitzen sich zu. Donald Trump bricht mit Jahrzehnten amerikanischer Außenpolitik und stellt sich faktisch auf die Seite Russlands, meint unser Autor.
Donald Trump lässt alle Masken fallen und gibt sich als Komplize des russischen Diktators zu erkennen. In beispielloser Verleugnung der Wahrheit bezichtigt er die Ukraine, die eigentlich Schuldige am russischen Angriffskrieg zu sein. Und verweigert Kiew auch künftig einen Platz am Konferenztisch, weil Präsident Selenskyj Russland kein territoriales Angebot zur Güte gemacht habe.
Das ist autoritär. Das ist imperialistisch. Es ist zynisch und empörend.
Trump lässt die Ukraine fallen: Transatlantische Allianz steht vor einer Zerreißprobe
Der amerikanische Präsident hat damit 80 Jahre amerikanischer Außenpolitik über Bord geworfen. Er hat den transatlantischen Konsens in die Tonne geklopft. Und damit die dramatischste außenpolitische Wende in der jüngeren amerikanischen Geschichte vollzogen.
Statt sich der russischen Aggression zu widersetzen, legitimiert er sie. Statt dem Opferstaat Ukraine beizustehen, lässt er sie fallen. Der Kreml kann sich freuen: Putin hat seinen Männerfreund Trump quasi im Vorbeigehen um den Finger gewickelt.
Telefonat Trumps mit Putin: Ende der internationalen Isolation Russlands
Das Verhängnis nahm nach dem Telefonat Trumps mit Putin in Windeseile seinen Lauf. Da war die Brüsseler Horrorshow-Einlage von US-Verteidigungsminister Hegseth mit der Absage an die Unversehrtheit der ukrainischen Grenzen, dem kategorischen Ausschluss eines ukrainischen NATO-Beitritts und der Ankündigung, dass das Bündnis sich nicht an der Sicherung einer Nachkriegsregelung beteiligen werde.
Damit war klar: Trump räumt im vorauseilenden Gehorsam gegenüber Moskau alle Positionen, die erst Gegenstand schwieriger Verhandlungen werden sollten. Mehr noch: Trump schloss kurzerhand die Ukraine und die Europäer von allen Gesprächen aus und inszenierte in Riad Gespräche, bei denen ausgebuffte russische Verhandlungsprofis auf eine amerikanische Laienspieltruppe trafen. Trump vollzog mit diesem Treffen das Ende der internationalen Isolation Russlands und die diplomatische Rehabilitierung des Aggressors.
Spätestens jetzt muss auch dem letzten Zeitzeugen bewusst geworden sein, wie tief der amerikanische Präsident im russischen Sumpf steckt und wie brandgefährlich das wirklich ist. Während im Kongress zu Washington zwei – in Worten: zwei! – republikanische Senatoren aufmucken, schrillen in Europa die Alarmglocken. Die Europäer müssen jetzt alles, aber wirklich alles in die Waagschale werfen, um Kiew beizustehen: Diplomatisch. Finanziell. Militärisch.
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