Heilbronner nicht sehr wahlfreudig: Wo Bürger sich eher an der Wahl beteiligten
Die Wahlbeteiligung in Heilbronn bei der Landtagswahl war niedrig. Unsere Grafik zeigt, wo Bürger in der Region häufiger abstimmten. Doch auch innerhalb der Neckarstadt gibt es Unterschiede.
Neben den Ergebnissen der Parteien, der Sitzverteilung und den Gewinnen und Verlusten ist sie eine zentrale Größe bei Abstimmungen: die Wahlbeteiligung. Bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg liegt sie bei 69,5 Prozent, fünf Jahre zuvor waren es unter Corona-Bedingungen 63,8 Prozent. Doch auch dieses Mal zeigt sich: Die Höhe variiert teils enorm von Kommune zu Kommune.
Landtagswahl 2026: Höchste Wahlbeteiligung der Region in Jagsthausen
Das Verbreitungsgebiet der Heilbronner Stimme umfasst Stadt und Landkreis Heilbronn sowie den Hohenlohekreis. Das Gebiet hat eine stärkere Ost-West- als Nord-Süd-Ausdehnung, ist also salopp gesagt eher in die Breite gezogen.
Die Aufschlüsselung der Wahlbeteiligung nach Kommunen (siehe Grafik) zeigt im Nordosten des Gebiets dunkle Flecken, die für eine höhere Wahlbeteiligung stehen. In Jagsthausen ist sie mit 81 Prozent am höchsten, es folgen Mulfingen mit 80,7 Prozent und Schöntal mit 80,4 Prozent. Je weiter nordöstlich die Menschen im Stimme-Gebiet leben, desto eher wählen sie? So pauschal lässt sich das nicht sagen.
Effekte der Bürgermeisterwahlen auf die Wahlbeteiligung
Denn auch in Lehrensteinsfeld, zentral-südlich gelegen, zeigt sich eine vergleichsweise hohe Beteiligung: 79,4 Prozent. Und: Wenn eine weitere Wahl stattgefunden hat, kann dies zu einer höheren Beteiligung führen – siehe Jagsthausen, wo die Bürger über einen neuen Bürgermeister abstimmten. Das war ebenso in Zweiflingen der Fall, wo die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl mit 78,6 Prozent ebenfalls hoch ist.
Eine parallel stattfindende Bürgermeisterwahl ist aber kein Garant für eine hohe Beteiligung. Denn in Leingarten liegt sie bei 69,9 Prozent und damit in etwa auf Höhe des Landesschnitts. Allerdings trat der erneut siegreiche, amtierende Bürgermeister Ralf Steinbrenner dort als Alleinkandidat an. Das sorgt in der Regel für keinen Ansturm an die Wahlurnen – in diesem Fall war der Effekt aber umgedreht: Die Landtagswahl sorgte dafür, dass sich vergleichsweise viele an einer Bürgermeisterwahl mit Alleinkandidat beteiligten.
Weniger Wahlbeteiligung in größeren Städten?
Was sich eindeutig sagen lässt: In Heilbronn, der größten Stadt der Region, ist die Wahlbeteiligung mit 60,3 Prozent am niedrigsten. Je großstädtischer, desto niedriger die Wahlbeteiligung? Oder anders herum: je ländlicher, desto besser?
Für diese These mag sprechen, dass Öhringen als drittgrößte Stadt der Gegend eine niedrige Beteilung von 63,7 Prozent verzeichnet. Allerdings sind es im kleinen Weißbach mit kaum mehr als 2000 Einwohnern nur 61,2 Prozent gewesen. So ganz lässt sich die These aber nicht abschmettern: Denn in eher ländlichen Gebieten im Stadtkreis Heilbronn ist die Beteiligung höher, so vor allem in Biberach und Kirchhausen.
Nach dem anfänglichen Blick auf den Nordosten des Gebiets noch ein Blick auf den Südwesten: Hier sticht Zaberfeld mit 74,5 Prozent Wahlbeteiligung im Vergleich mit benachbarten Kommunen ein wenig hervor. Auffällig dort und anderswo im Zabergäu sind zudem die hohen AfD-Werte.
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