Die Stimme hakt vor der Landtagswahl im März bei Direktkandidaten der großen Parteien im Wahlkreis Neckarsulm nach. Beginn ist am Mittwoch, 25. Februar, um 19 Uhr in der Frankenhalle in Untereisesheim.
Vor der Landtagswahl im März: Das ist die Ausgangslage im Wahlkreis Neckarsulm
Der bisherige Stimmenkönig Armin Waldbüßer (Grüne) tritt nicht mehr an. Die Absicherung auf den Landeslisten der Parteien ist für die Zweitmandate wesentlich.

Das Statistische Landesamt erwartet gut 7,7 Millionen Wahlberechtigte für Baden-Württemberg, darunter rund 650.000 Erstwahlberechtigte. Bei der vergangenen Landtagswahl vor fünf Jahren waren im Wahlkreis 20 Neckarsulm 112.000 Personen wahlberechtigt. Durch die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre werden es 2026 sicher einige mehr werden. Laut Landratsamt Heilbronn liege die konkrete Zahl der aktuell Wahlberechtigten nicht vor, „diese wissen wir immer erst nach einer Wahl“. Man gehe aber davon aus, dass die Zahlen nach Erstellung der Wählerverzeichnisse in den Gemeinden bis Mitte Februar bekannt sind.
Zum Wahlkreis Neckarsulm gehören Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen, Eberstadt, Ellhofen, Erlenbach, Gundelsheim, Hardthausen am Kocher, Jagsthausen, Langenbrettach, Lehrensteinsfeld, Löwenstein, Möckmühl, Neckarsulm, Neudenau, Neuenstadt am Kocher, Obersulm, Oedheim, Offenau, Roigheim, Untereisesheim, Weinsberg, Widdern und Wüstenrot.
Wählen mit 16: Das Alter für Erstwählerinnen und -wähler wird gesenkt
Nicht nur das Wahlalter für Erstwählerinnen und -wähler wird gesenkt, auch das Wahlrecht ändert sich. Zum ersten Mal gilt ein reformiertes Wahlrecht mit zwei Stimmen wie bei der Bundestagswahl. Das bedeutet, dass die Bewerber mit den meisten Erst-Stimmen in einem Wahlkreis direkt gewählt werden. Im Jahr 2021 hatte im Wahlkreis Neckarsulm mit 27,4 Prozent Armin Waldbüßer (Grüne) den höchsten Stimmenanteil. Über Zweitmandate sind Isabell Huber (CDU), Klaus Ranger (SPD) und Carola Wolle (AfD) als Abgeordnete in den Landtag eingezogen.
Armin Waldbüßer, seit 2021 grüner Landtagsabgeordneter, tritt aus persönlichen Gründen nicht mehr an. In einer Mitgliederversammlung im April 2025 nominierten die Mitglieder des Kreisverbands Heilbronn von Bündnis 90/Die Grünen Sibylle Riegger-Gnamm als Direktkandidatin für die Landtagswahl 2026 im Wahlkreis Neckarsulm. Sollte sie das Direktmandat nicht schaffen, was aufgrund der aktuellen Umfragewerte wahrscheinlich ist, wäre Sibylle Riegger-Gnamm mit Platz 67 der Landesliste der Grünen aller Voraussicht nach nicht im neuen Landtag vertreten.
Nach dem Direktmandat zählt die Absicherung über die Landeslisten
Isabell Huber (CDU), Klaus Ranger (SPD) und Carola Wolle (AfD) treten erneut an. Aufgrund aktueller landesweiter Umfragen ist ein Direktmandat 2026 wohl eher für die CDU-Kandidatin als für die Grünen erwartbar. Dies würde bedeuten, dass Isabell Huber derzeit die besten Chancen hat, das Direktmandat im Wahlkreis 20 Neckarsulm zu erringen.
Grüne und AfD liegen in aktuellen Umfragen gleichauf, die SPD sackt ab. Daher muss wohl am ehesten Klaus Ranger um sein Mandat bangen. Allerdings ist er mit Platz 25 der SPD-Landesliste einigermaßen gut abgesichert. Auch Carola Wolle (AfD) ist mit Platz 28 der Landesliste gut im Rennen.
Alexander Hampo (FDP) mit Platz 49 der Landesliste und Florian Vollert, der bei den Linken überhaupt nicht auf der Landesliste steht, sind wohl eher nicht im neuen Landtag als Abgeordnete vertreten. Insgesamt könnte der Wahlkreis Neckarsulm also einen Abgeordneten verlieren, wenn die Grünen weder das Direktmandat erringen noch über die Zweitstimmen ein Mandat stellen können.
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