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Wahlkampf in Eppingen: Außenminister Wadephul zu Gast bei CDU-Veranstaltung

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Am Mittwochabend hat Außenminister Johann Wadephul bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in Eppingen den CDU-Landtagsabgeordneten Michael Preusch unterstützt. Wadephul warb für mehr Leistungsbereitschaft im Land und Wertschätzung für die Bundeswehr.

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Es herrschten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen am Mittwochabend. Um kurz vor 20 Uhr kam Außenminister Dr. Johann Wadephul, umringt von seinen Leibwächtern, den Seitenaufgang im Bürgerhaus Schwanen in Eppingen im Landkreis Heilbronn hinauf. Die meisten der 200 Gäste hatten es bis dahin noch gar nicht mitbekommen, dass er bereits am Veranstaltungsort und Schauplatz des Wahlkampfs um die Landtagswahl 2026 angekommen war.

Wahlkampf in Eppingen: Außenminister Wadephul zu Gast bei CDU-Veranstaltung

Jochen Oppolzer vom CDU-Stadtverband Eppingen umriss kurz die jüngsten Reiseziele des Ministers. „Südostasien, Münchner Sicherheitskonferenz und heute bereits ist er bei uns in Eppingen.“ Zahlreiche Stadträte und auch Bürgermeister aus dem Wahlkreis Eppingen waren gekommen, um Wadephuls Auftritt bei der Wahlkampf-Veranstaltung für den CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Michael Preusch zu verfolgen.

Preusch sagte, dass es in Zeiten schwerer außenpolitischer Beziehungen in der Ampelregierung heute um die Frage gehe, wer vertrete Europa zum Beispiel bei den Amerikanern „mit einem schwierigen Chef“. Er hob auf die regionalen Chancen ab. Zur bisherigen US-Dominanz in Bezug auf künstliche Intelligenz sagte er, man habe die beste Chance, den Spieß umzudrehen. In der Region gebe es mit dem KI-Zentrum Ipai in Heilbronn die Möglichkeit, beim Thema Künstliche Intelligenz „Weltspitze zu werden“.

Wadephul: „Wenn wir irgendetwas Sillcon-Valley-Ähnliches haben, dann werden wir das in Baden-Württemberg haben“

Auch Wadephul will am Mittwoch das regionale Selbstbewusstsein stärken. „Baden-Württemberg ist immer ein Land gewesen, auf das man mit Stolz geblickt hat“, sagte der Mann aus Schleswig-Holstein. Er fahre gerne Auto, er bohre gerne Löcher oder „schere meine Hecke“ – und immer komme alles, was er dazu brauche, aus Baden-Württemberg. Doch da gebe es „Schwächeerscheinungen in letzter Zeit, wenn ich das mal so sagen darf“. Dabei sei so viel Potenzial vorhanden. „Wenn wir irgendetwas Silicon-Valley-Ähnliches haben, dann werden wir das in Baden-Württemberg haben“, so Wadephul.

Die Gäste im Bürgerhaus Schwanen applaudieren beim Eintreffen des Außenministers.
Die Gäste im Bürgerhaus Schwanen applaudieren beim Eintreffen des Außenministers.  Foto: Hoffmann, Adrian

Der Bundesminister warb für mehr Leistungsbereitschaft in Deutschland, „dass man im Zweifel auch mal eine Stunde länger arbeitet“ und es nicht nur um Work-Life-Balance gehe. „Wenn wir besser werden wollen, dann müssen wir vielleicht mal eine Stunde länger arbeiten.“ Man sehe es aktuell bei den Olympischen Winterspielen. „Im Sport, da zählt die Leistung.“ Es gehe nicht um die Medaille oder den Verdienst des Einzelnen, führte Wadephul aus. Das politische Auftreten eines Landes hänge davon ab. Das stellte er bei seinen Treffen mit den Außenministern anderer Länder regelmäßig fest. Sehr schnell sei man in Gesprächen beim Thema, wie die Wirtschaftsbeziehungen zueinander gestaltet werden könnten. „Deshalb blicke ich vor allem nach Baden-Württemberg. Damit Sie wieder das Powerhaus in Deutschland sind, das Musterländle.“

In fast allen Ländern werde KI fast ausschließlich als Chance wahrgenommen, und in Deutschland „sieht man immer das Negative“. Mittlerweile werde KI mit dem Buchdruck verglichen. Wadephul verglich die KI-Skepsis mit der anfänglichen Skepsis gegenüber dem Verbrennermotor – „man soll bloß beim Pferd bleiben“.

Außenminister Wadephul in Eppingen: „Wer ein wirklicher Patriot ist, der kann nicht AfD wählen“

Die Austrittswünsche aus der EU seitens der AfD kritisierte Wadephul scharf. „Ich halte das für höchst unverantwortlich“. Der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier für das Ministeramt kandidiert, aber nicht für ein Landtagsmandat, zeige seine „mangelnde Ernsthaftigkeit“, teilte der Außenminister aus. „Es geht ihm nur für eine große Show um sich selbst.“ Und ständig dieses Verständnis für Moskau anstelle von Kiew. Wadephul: „Wir stehen an der Seite Kiews und wer ein wirklicher deutscher Patriot ist, der kann nicht AfD wählen.“

Wadephul betonte die Bedeutung der Bundeswehr und warb für mehr Wertschätzung für Soldaten. Deutschland würde dann nicht angegriffen, wenn es verteidigungsfähig sei. „Unsere ganze Gesellschaft muss hinter der Bundeswehr stehen.“ Er sprach sich auch für einen Pflichtdienst aus, für Frauen und Männer. Wer nicht zur Bundeswehr könne oder wolle, könne sich beim THW einbringen, der Feuerwehr, für karitative Zwecke oder für den Umweltschutz, „so wie wir das schon hatten“. Unter dem Applaus vieler Besucher sagt Wadepuhl: „Ein Jahr für die Gemeinschaft ist ein gut investiertes Jahr.“

Das Bürgerhaus Schwanen in Eppingen unter Polizeischutz.
Das Bürgerhaus Schwanen in Eppingen unter Polizeischutz.  Foto: Hoffmann, Adrian

Bürgermeister Peter Thalmann bedankte sich im Namen Eppingens für den Besuch des Außenministers. „Für uns als Stadt ist das eine besondere Ehre“, sagte Thalmann. Wadephul trug sich anschließend in das Goldene Buch ein, bevor er sich noch ein paar Minuten Zeit nahm für Selfies mit lokalen CDU-Unterstützern. Dann rauschte er auch schon wieder in Begleitung seines Teams von dannen.

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