Protest gegen AfD-Wahlkampf – Teilnehmer setzen Zeichen für Vielfalt und Toleranz
Trotz eisiger Temperaturen demonstrierten rund 60 Menschen in Bretzfeld-Scheppach am Valentinstagsabend für Vielfalt und Toleranz und gegen die AfD-Veranstaltung mit Spitzenkandidat Markus Frohnmeier.
Wer sich am Valentinstagsabend trotz eiskaltem Wind und Wetter versammelt, um mit Plakaten ein Zeichen zu setzen, meint es ernst. So handeln die rund 60 Teilnehmenden, die am Samstag vor der AfD-Wahlkampfveranstaltung mit Spitzenkandidat Markus Frohnmeier in der Mehrzweckhalle in Bretzfeld-Scheppach für Vielfalt und Toleranz eintreten wollen.
Kundgebung gegen AfD-Wahlkampf mit Markus Frohnmeier setzt Zeichen für Vielfalt und Toleranz
Die Kundgebung trägt den Titel „Menschlichkeit statt Lügen und Hass“. Die Demonstrierenden bringen selbstgebastelte Plakate mit Aufschriften wie „Faschismus ist keine Meinung“ mit. Entlang der Zufahrtsstraße zur Mehrzweckhalle halten sie ihre Plakate hoch – vor allem für die Gäste der AfD-Veranstaltung, die nach und nach eintreffen. Beschimpfungen oder Ausbuhen unterlassen sie bewusst. „Das ist nicht der Stil und nicht die Absicht“, sagt Roderich Vitt vom Bretzfelder Bündnis für Vielfalt und Toleranz, das zu der Aktion aufgerufen hat.
Der nicht eingetragene Verein besteht seit acht Jahren und ist ein überparteilicher Zusammenschluss mit derzeit rund 40 Mitgliedern, von denen über ein Viertel aus dem Bretzfelder Raum kommen, erklärt die Verantwortliche Karin Vöhringer-Vitt.
Plakate sollen zum Nachdenken anregen
Die Aktivisten reagieren auf die Redebeiträge mit Applaus und Trillerpfeifen. „Wir wünschen uns, dass sie zuhören und nachdenken“, so Vitt. Den Besuch des „beinharten Rechtsextremisten“ AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmeier in Bretzfeld kritisiert Vitt unter anderem wegen dessen Nähe zum US-Präsidenten Donald Trump. Dessen Einwanderungsbehörde ICE gehe in Minneapolis, wo Verwandte von Vitt lebten, „extrem brutal“ vor.
Frohnmeier und die AfD wollten nach dem Vorbild Trumps in den USA handeln. Wenn von einer Grenzschutzpolizei oder dem Ausbau von Abschiebeplätzen die Rede sei, „dann meinen die das auch so“, betont Vitt. Deshalb sei es wichtig, eine starke Gegenwehr zu bilden und ansprechbar zu sein für Menschen, die noch passiv seien.
Sprecher der Grünen Jugend: AfD darf nicht normalisiert werden
Doch was könne eine solche Kundgebung gegen die AfD bewirken, und verschaffe sie der Partei nicht nur zusätzliche Aufmerksamkeit?, fragt ein Sprecher der Grünen Jugend in einem Redebeitrag. Seine unmittelbare Antwort: „Vielleicht.“ Aus seiner Sicht sei jedoch Nichtstun keine Alternative. „So tun, als wäre es normal, dass rechte und rechtsextreme Politiker einfach so ihre Veranstaltungen abhalten? Das kann nicht sein“, sagt der Sprecher unter Applaus.
Die AfD bezeichnet er als „homophobe, rassistische und menschenverachtende Partei“, die nicht normalisiert werden dürfe. Dass eine Partei, deren Anhänger NS-Verbrechen verharmlosen und offen gegen Migranten und queere Personen hetzen, in Bretzfeld „einfach so ihre Ideologie teilt“, sei nicht hinnehmbar. All das sei „nicht okay. Wir werden niemals zulassen, dass das normal wird“, so der Grünen-Sprecher.
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