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CDU in Heilbronn erst geschockt, dann ernüchtert: Direktmandate trösten ein wenig

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„Kampagne aus der untersten Schublade“: Der Heilbronner CDU-Kandidat Thomas Strobl kritisiert die Grünen scharf. Eppingens Wahlsieger Michael Preusch sorgt sich angesichts der Ergebnisse von AfD und SPD um die Demokratie. 

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Den lange Zeit zum Greifen nahen Wahlsieg hat die CDU bei der Landtagswahl auf der Zielgeraden verpasst. Da mochten auch die Direktmandate nicht richtig versöhnen, die die CDU in der Region allesamt relativ deutlich gewann. Thomas Strobl erreichte im Heilbronner Wahlkreis rund 30,5 Prozent, Isabell Huber in Neckarsulm über 34 Prozent. Michael Preusch kam in Eppingen auf rund 35 Prozent, Tim Breitkreuz in Hohenlohe sogar auf knapp 39.

„Kein Abend für schwache Nerven“, befand CDU-Kandidat Thomas Strobl 

„Ich freue mich sehr, auch für mein Team“, so Strobl, nachdem sein Erfolg feststand. „Der Abend ist nichts für schwache Nerven“, betonte der Innenminister mit Blick auf seine Partei, nachdem der Abstand zu den Grünen zeitweise 0,7 Prozent betragen hatte.


„Ich bin stolz über das Ergebnis und freue mich, dass ich deutlich über dem Landesdurchschnitt liege“, unterstrich die CDU-Direktkandidatin im Wahlkreis Neckarsulm, Isabell Huber.

Bei der Landtagswahl-Prognose herrscht erst einmal Schweigen im Parkhotel 

Zuvor hatte bei der CDU-Wahlparty im Heilbronner Parkhotel entsetztes Schweigen geherrscht, als um 18 Uhr bei der ersten Wahlprognose die Grünen relativ deutlich vor der CDU lagen. Für Thomas Strobl gilt es, nun das Wahlergebnis der CDU gründlich zu analysieren. „Ich rate uns, das in Ruhe anzuschauen und keine Schnellschüsse zu machen“, betonte der Heilbronner Landtagsabgeordnete.

Gegen die Grünen erhob Strobl mit Blick auf die jüngsten Videoveröffentlichungen von Manuel Hagel heftige Vorwürfe: „Das war eine Kampagne aus der untersten Schublade eines Grünen Schreibtisches. Die Kretschmann-Grünen hätten das nicht gemacht“, griff der Innenminister Cem Özdemir frontal an. Der Heilbronner CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Throm nannte den Grünen Spitzenkandidaten bei der Wahlparty in der Migrationspolitik „einen Meister des Täuschens und Tarnens“. Auch für Isabell Huber steht nun eine Analyse des Ergebnisses im Vordergrund.

Michael Preusch will Teile der AfD-Wähler für die CDU zurückgewinnen 

Die Freude von Michael Preusch war am Wahlabend nicht ungetrübt. Ein wichtiges Ziel seines Wahlkampfs hat der CDU-Kandidat für den Wahlkreis Eppingen erreicht: Die Zurückgewinnung des Direktmandats für seine Partei. „Das ist eine Wertschätzung meiner Arbeit“, befand der 50-Jährige.

Isabell Huber freute sich im Parkhotel über ihren deutlichen Wahlsieg in Neckarsulm. Thomas Strobl stieß erst später am Abend zur CDU-Party.
Isabell Huber freute sich im Parkhotel über ihren deutlichen Wahlsieg in Neckarsulm. Thomas Strobl stieß erst später am Abend zur CDU-Party.  Foto: Mario Berger

Sorgen bereitet ihm allerdings das starke Ergebnis der AfD. „Es ist uns nicht gelungen, die AfD auf den Platz zu verweisen, den wir vorgesehen hatten. Es wird unsere Aufgabe sein, den Teil der AfD, der noch zur bürgerlichen Mitte zählt, für uns zurückzugewinnen“, leitet Preusch aus den Zahlen einen Auftrag für die CDU ab. Als „dramatisch“ empfindet er die Verluste der SPD: „Das bereitet mir für unsere Demokratie ernsthafte Sorgen.“ Kritik äußerte Preusch auch in Richtung der Grünen: „Das Ende des Wahlkampfs lief nicht ganz fair. Ich halte mich an Inhalte. Da sehe ich bei Herrn Özdemir Defizite.“

Im Wahlkreis Hohenlohe sieht man das ähnlich. Die Menschen im Land hätten sich gegen Themen und für die Person Cem Özdemir entschieden, lautete das Fazit von Tim Breitkreuz. Bei ihm überwog aber ebenfalls die Freude darüber, dass es der CDU gelungen war, das Direktmandat zurückzuholen.

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