FDP im Raum Heilbronn und Hohenlohe: Nur zwei Kandidaten ziehen
Die Stimmenanteile für die FDP teilen den Raum Heilbronn und Hohenlohe in zwei Lager: In zwei Wahlkreisen liegen die Freidemokraten bei den Erststimmen über dem Landestrend.
Nach dem desaströsen Wahlergebnis für die FDP bei der Landtagswahl am Sonntag versuchte Nico Weinmann, Kandidat für den Wahlkreis Heilbronn, eine Erklärung für den Rausschmiss seiner Partei aus dem Landesparlament zu finden. Einen Grund sah er in der persönlichen Zuspitzung zwischen den Ministerpräsidenten-Kandidaten Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU). Inhalte hätten kaum mehr eine Rolle gespielt. Wer sich das Wahlergebnis der FDP in den vier Wahlkreisen im Raum Heilbronn und Hohenlohe genauer ansieht, kommt auf eine weitere mögliche Erklärung.
FDP-Kandidaten Weinmann und Heitlinger: Persönlichkeiten ziehen auch die Partei
Ginge es nach dem Stimmenanteil von Nico Weinmann, wäre die FDP im kommenden Landtag vertreten. Der Heilbronner holte in seinem Heimatwahlkreis durchweg mehr als sechs Prozent, in seinem Stadtteil Heilbronn kratzt er mit 9,5 Prozent gar an der Zehn-Prozent-Marke. Die holt er in Flein, auch in Leingarten, Nordheim und Talheim schneidet Weinmann überdurchschnittlich gut ab im Vergleich zu seiner Partei. Auffällig ist: Auch bei den Zweitstimmen liegt die FDP im Wahlkreis Heilbronn zu einem großen Teil über fünf Prozent. Die Persönlichkeit Weinmann zieht also die Partei mit.

Dasselbe Bild zeigt sich im Wahlkreis Eppingen. Von hier stammt FDP-Kandidat Georg Heitlinger. In seinem Heimatort Eppingen holte Heitlinger mit 10,1 Prozent der Stimmen fast genau so viele wie Grünen-Kandidat Erwin Köhler (13 Prozent). Auch in Beilstein (7,2 Prozent), Schwaigern (8,5 Prozent) und Gemmingen (8,4 Prozent) fährt er überdurchschnittliche Erststimmen-Ergebnisse ein. Wie Weinmann schafft es auch Heitlinger, das Vertrauen in seine Person zu großen Teilen auf die Partei zu übertragen. In Schwaigern holt die FDP bei der Zweitstimme 6,5 Prozent, in Gemmingen 6,3 und in Beilstein 7,0.
FDP-Kandidaten Hampo und Pfaller können nicht überzeugen
Ganz anders sieht das bei den beiden Kandidaten Alexander Hampo für den Wahlkreis Neckarsulm und Finn Pfaller für den Wahlkreis Hohenlohe aus. Hampo holt lediglich in Lehrensteinsfeld bei den Erststimmen über fünf Prozent (5,4 Prozent), bleibt ansonsten aber zum Teil deutlich darunter. In Jagsthausen stimmten gerade einmal 1,7 Prozent der Wähler für ihn.
Auch die Zweistimmen im Wahlkreis Neckarsulm liegen im oder sogar unter Landestrend. Nur in Hardthausen, Lehrensteinsfeld und Löwenstein kommt die FDP hier knapp über fünf Prozent und bewegt sich ansonsten zwischen 2,7 Prozent (Jagsthausen und Widdern) und 4,6 Prozent (Bad Wimpfen, Untereisesheim und Wüstenrot).
Das ist für Hampo doppelt bitter, da er auch Vorsitzender des FDP-Ortsverbands Weinsberger Tal und Wüstenrot ist.
Kaum Wähler für sich überzeugen konnte auch Finn Pfaller im Wahlkreis Hohenlohe. Faller schaffte nur in Kupferzell 4,6 Prozent der Erststimmen, blieb ansonsten aber überall zum Teil deutlich unter vier Prozent. In Krautheim holte er gerade einmal zwei Prozent der Erststimmen. Bei Faller bestätigt sich das Bild, dass die Partei nicht zieht, wenn der Kandidat nicht zieht: Nur in Kupferzell (6,3 Prozent) und Braunsbach (5,5 Prozent) kommt die FDP bei den Zweitstimmen über die fünf Prozent, ansonsten bleibt sie durchweg darunter.
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