Stimme+
Landtagswahl 
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Leere Plätze bei Wahlcheck mit Markus Frohnmaier (AfD) – Protest-Aktion von Netzwerken?

   | 
Lesezeit  3 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Trotz ausgebuchter Veranstaltung bleiben beim Stimme-Wahlcheck mit AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier die meisten Plätze leer. Zufall – oder geplante Aktion? Was bisher bekannt ist und welches Fazit die Gäste ziehen.

   | 
Lesezeit  3 Min

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier stellte sich beim Stimme-Wahlcheck zur Landtagswahl am Mittwochabend den Fragen von Chefredakteur Uwe Ralf Heer in der Harmonie in Heilbronn. Kurios: Ein Großteil der Plätze blieb leer – und das, obwohl die Veranstaltung ausgebucht war. Handelte es sich möglicherweise um eine gezielte Aktion? Was bisher bekannt ist und was die wenigen Gäste dennoch von Frohnmaiers Auftritt hielten.

Stimme-Wahlcheck mit Markus Frohnmeier in Heilbronn – das sagen die Gäste

382 Besucher hatten sich vorab zum Stimme-Wahlcheck in der Harmonie angemeldet, um das Gespräch mit AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier vor der Landtagswahl 2026 zu verfolgen. Die Halle war damit ausgebucht. Gekommen waren letztendlich aber nur rund 40 Besucher.


Einer von ihnen war Rainer aus Abstatt, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte.  Über seine Eindrücke sagte er im Nachgang: „Es war natürlich zu erwarten, dass die Heilbronner Stimme als linksorientierte Zeitung sehr kritische Fragen stellen würde.“ Aus seiner Sicht habe Markus Frohnmaier „alle Fragen sehr gut beantwortet. Herr Heer hat dagegen keine so glückliche Figur abgegeben.“ Das Veranstaltungsformat sei grundsätzlich aber sehr gut. Es sei wichtig „miteinander zu sprechen“. 

Ein der Redaktion bekanntes Grünen-Mitglied, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, erklärte seinen Besuch in der Harmonie damit, dass „es wichtig sei, nicht nur in der eigenen Blase“ unterwegs zu sein. „Ich wollte mich darüber informieren, was der Herr Frohnmaier erzählt“, sagte der Grüne. Aus seiner Sicht ging es auf dem Podium viel um bundespolitische Themen, wenig um Landesthemen.

„In dem einen oder anderen Punkt hat er durchaus recht“, gab der Mann zu. „Natürlich sind die Regierungsparteien für die aktuelle wirtschaftliche Situation verantwortlich. Natürlich wird vor der Wahl viel versprochen, aber hinterher wenig gehalten.“ Als Beispiel führte er die Bundes-CDU an, die vor der Wahl versprach, an der Schuldenbremse festzuhalten, um sie nach der Wahl einzukassieren. „Leider hat ihr meine Partei dabei noch geholfen, obwohl sie ihre Regierungsbeteiligung los war.“

Wahlcheck mit Markus Frohnmaier in Heilbronn – Mehrzahl der Stühle blieb leer

Der Großteil der wenigen Gäste, die dem Abend in der Heilbronner Harmonie beiwohnten, machten vor allem AfD-Mitglieder aus der Region aus. Was steckt dahinter, dass die Mehrzahl trotz Anmeldung fern blieb?

Die Heilbronner Stimme hat am Donnerstag den Großteil der angemeldeten Personen kontaktiert und nach den Gründen für das Fernbleiben befragt. Aus informierten Kreisen war zu hören, dass sich einzelne Personen aus politisch linken Kreisen angemeldet hatten und offenbar aus Protest ferngeblieben seien. Ob dies gezielt und möglicherweise gar großflächig abgesprochen war, lässt sich bislang nicht nachweisen. 

Bei Instagram postete das Netzwerk „Eltern gegen rechts“ am Mittwochabend einen Post, der diese Vermutung nahelegt. „Zusammen mit den wunderbaren Omas gegen Rechts, dem Netzwerk gegen Rechts und vielen anderen haben wir wir dafür gesorgt, dass Hetze in Heilbronn vor leeren Stühlen stattfindet. Wir sind viele, wir sind laut (oder in diesem Fall: sehr effektiv leise) und wir stehen zusammen“, heißt es darin.

Für AfD-Sympathisant Rainer aus Abstatt stand bereits am Abend fest, dass es sich um eine gezielte Aktion linker Gruppen handeln muss. Das anwesende Grünen-Mitglied wusste von vier, fünf Personen, die sich zwar angemeldet hatten, aber von Vornherein nicht kommen wollten. Von einer konzertierten Aktion habe er aber nichts mitbekommen. „Ich fände es auch nicht gut“, betonte er.  

Video mit Auftritt von Markus Frohnmaier mit hohen Zugriffszahlen

Kuriose Szenen spielten sich zeitgleich in den sozialen Medien ab. Während des Wahlchecks und tags darauf wurden zwei Artikel, die auf der Stimme-Facebook-Seite geteilt wurden, mit mehr als 1000 Kommentaren geflutet. Teils im Sekundentakt liefen verunglimpfende Anti-AfD-Bilder und Kommentare ein, die offensichtlich von Fake-Accounts stammten. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Fernbleiben der Gäste und dem Treiben auf Facebook scheint laut derzeitigem Stand jedoch nicht zu bestehen.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Ein anderes Bild als vor Ort herrschte im Livestream von Stimme.tv, den zeitgleich in der Spitze bis zu 600 Personen verfolgten. Bis zum frühen Donnerstagabend erzielte das weiterhin verfügbare Video mehr als 13.000 Aufrufe – weit mehr als die Wahlcheck-Videos mit anderen Spitzenkandidaten. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben