„Deutlich über dem Landesschnitt“: AfD-Kandidierende freuen sich über Ergebnis
Drei Männer und eine Frau sind für die AfD in Heilbronn und Hohenlohe angetreten. Über das Ergebnis auf Landesebene sind sie nicht voll zufrieden.
Zu Wahlpartys haben die Landtagswahl-Kandidatin und -Kandidaten der AfD in Heilbronn und Hohenlohe nicht eingeladen. Zumindest in Heilbronn habe man aber mit Parteimitgliedern gefeiert, sagt Kreisverbandsvorsitzender Maximilian Decker: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es Anfeindungen und Proteste gegen die Wirte gibt.“ Deswegen werde man den Ort der Party nicht veröffentlichen. Stattdessen laden Decker, der im Wahlkreis Heilbronn-Stadt kandidiert hat, Carola Wolle (Wahlkreis Neckarsulm) und Dennis Klecker (Wahlkreis Eppingen) zu einer Pressekonferenz.
AfD: Mehr insgesamt erwartet, aber zufrieden mit Ergebnissen vor Ort
Der Hohenloher AfD-Direktkandidat Anton Baron befindet sich nach eigenen Angaben am Sonntagabend in Stuttgart. Der bisherige Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag spricht am Telefon von einem großen Erfolg für seine Partei. „Wir haben den höchsten Zuwachs erfahren, trotz der Ausgrenzung der anderen Parteien.“ Sich fast zu verdoppeln, das müsse man erst mal schaffen, sagt er. Natürlich habe er sich trotzdem noch etwas mehr erhofft.
„Nicht zufrieden“ mit dem Wahlergebnis ist Carola Wolle. „Wir haben uns schon 20 Prozent erhofft“, sagt die Kandidatin für Neckarsulm. Über die Zahlen in Stadt- und Landkreis Heilbronn sind die drei Kandidierenden aber sehr froh. „Unser Ergebnis liegt über dem Landesschnitt“, sagt Dennis Klecker.
Das Wahlergebnis der AfD liegt am unteren Ende der Werte aus den Umfragen vor der Wahl. Das liege laut Klecker an zwei Gründen: Der Vorwurf der Vetternwirtschaft, der deutschlandweit für Aufsehen gesorgt habe. Dabei gehe es bei der Besetzung von Posten um Kompetenz. „Wir haben Probleme, gutes Personal zu finden“, betont Wolle – auch, weil Mitarbeiter es schwierig hätten, wenn eine Arbeit bei der AfD im Lebenslauf stehe. „Sie fürchten, dass sie keinen anderen Job mehr kriegen.“ Vetternwirtschaft gebe es zudem auch in anderen Parteien.
Einer der AfD-Kandidaten wird nicht in den Landtag einziehen
Der andere Grund sei der harte Zweikampf um den Posten des Ministerpräsidenten zwischen Cem Özdemir und Manuel Hagel, der laut Klecker so eng war, weil die CDU einen „einfach schlechten Spitzenkandidaten“ gehabt habe. Bei der Erststimme hätten „viele Konservative, die eigentlich die AfD gewählt hätten, die CDU gewählt.“ Das sehe man daran, dass zwischen Erst- und Zweitstimmen für die AfD ein so großer Unterschied sei.

Der Hohenloher Kandidat Anton Baron wird definitiv wieder im nächsten Landtag vertreten sein. Das war bereits vor der Wahl absehbar, da der 38-Jährige auf einem komfortablen Listenplatz 3 stand. „Als Fraktionsvorsitzender zittert man natürlich trotzdem mit“, sagt er über den Wahlabend. Das Ergebnis der AfD spiegele aus seiner Sicht die gute Arbeit der vergangenen Jahre wider. Dennis Klecker zieht mit Listenplatz fünf in den Landtag ein und Carola Wolle (Platz 28) ist optimistisch. Maximilian Decker wird es nicht schaffen. „Dafür, dass ich Newcomer in der Politik bin, kann ich mit Platz zwei gut leben.“ Er ist sich sicher: Thomas Strobl (CDU) habe nur gewonnen, weil er AfD-Themen übernommen habe.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare