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Wahlforum in Hohenlohe
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Kandidaten äußern sich energisch vor 400 Hohenlohern

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Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf: Die Hohenloher Direktkandidatin und Direktkandidaten der sechs Bundestags-Parteien stellen sich in Neuenstein den Fragen unserer Redaktion. Das Publikum reagiert auf so manche Äußerung.

Beim HZ-Wahlforum in der Stadthalle Neuenstein sitzen die sechs  Hohenloher Kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien auf dem Podium. Es wird ein kurzweiliger Abend.
Beim HZ-Wahlforum in der Stadthalle Neuenstein sitzen die sechs Hohenloher Kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien auf dem Podium. Es wird ein kurzweiliger Abend.  Foto: Seidel, Ralf

In Summe 125,5 Prozent: Wenn es nach den Hohenloher Direktkandidaten der Parteien im Bundestag ginge, würde etwas schief laufen bei der Bundestagswahl am 23. Februar.  Am Ende des HZ-Wahlforums in der Stadthalle in Neuenstein am Mittwochabend geben die sechs Kandidaten ihre Prognosen für das Wahlergebnis ihrer Partei ab. Die Zahlen  schreiben sie jeweils auf einen Karton in der Farbe ihrer Partei. Demnach wären verschiedene Regierungskoalitionen möglich.

Auf der Bühne gibt es jedoch nur in wenigen Momenten ein Sympathie-Bekundung an die anderen Kandidaten. Valentin Abel (FDP), Harald Ebner (Grüne), Benjamin Götz (AfD), Kevin Leiser (SPD), Ellena Schumacher Koelsch (Die Linke) und Christian von Stetten (CDU) sitzen auf der Bühne. 91 Minuten lang stellen sie sich den Fragen von HZ-Redaktionsleiter Ralf Reichert und seiner Stellvertreterin Yvonne Tscherwitschke. Dabei geht es vor allem um Inhalte, aber auch um Persönliches. Die großen Themen des Wahlkampfs nehmen den Hauptteil des Abends ein: Migration und Wirtschaft. Wie sich die Kandidatin und die Kandidaten geschlagen haben, lesen Sie in unserer Analyse.

Einige im Publikum wollen eine andere Partei als 2021 wählen

Etwa 400 Menschen im Publikum hören die Antworten und Einschätzungen. Dabei bekunden viele zu Beginn des Wahlforums, schon sicher zu sein, wen sie wählen wollen. Denn bevor Reichert und Tscherwitschke sich für den Hauptteil des Abends den Kandidaten zuwenden, bitten sie das Publikum, ihr „Ja“ auf diese und weitere Fragen durch Aufstehen mitzuteilen. In dieser kurzen Runde wird klar, dass viele die gleiche Partei wie bei zuletzt im Jahr 2021 wählen wollen. Nur etwa ein Dutzend der Besucher gibt an, dass sie eine andere Partei wählen werden. Allerdings bleiben viele Menschen sowohl bei diesen, als auch bei den gegenteiligen Fragen sitzen.

Die meisten Fragen an die sechs Kandidaten zielen darauf ab, dass sie ihren Standpunkt und den ihrer Partei äußern. Dabei gehen die Befragten teils auf die Äußerungen der anderen ein. Vor allem die vier derzeit im Bundestag Sitzenden (Leiser, von Stetten, Ebner und Abel) nehmen immer wieder gegenseitig die Antworten auf und zeigen bei verschiedenen Themen unterschiedliche Überschneidungen in ihren Positionen. Deutlich wird jedoch, dass die beiden ältesten Kandidaten, von Stetten (54 Jahre, CDU) und Ebner (60 Jahre, Grüne) wenig Liebe füreinander haben: Beim Thema Migration, bei den erneuerbaren Energien und bei wirtschaftlichen Themen haben sie gegensätzliche Standpunkte. Abgesehen davon, beteuern diese vier Kandidaten, im Parlament gut miteinander arbeiten zu können. 

Schumacher Koelsch mit kurzen, Götz mit zögerlichen Antworten

Die beiden Kandidaten ohne (Rede-)Erfahrung im Bundestag treten dabei manches Mal  in den Hintergrund: Götz antwortet oft nur zögerlich und zeigt sich wenig eloquent. Bei vielen seiner Antworten dreht es sich um die Unterstützung von Atomkraft. Schumacher Koelsch antwortet meist in kurzen Statements, die oft auf soziale Gerechtigkeit aus sind. Sie zeigt sich sympathisch-ehrlich und bekennt (als einzige) auf der Bühne, dass ihre Direktkandidatur wohl wenig erfolgsversprechend sei, nicht allein wegen ihrer Parteifarbe, auch wegen des hinteren Listenplatzes. Sie sagt, sie mache Unterstützungswahlkampf.  Alle anderen sehen ihre Chancen auf einer Skala von eins bis zehn zwischen sechs (Abel und Götz), über 7,5 (Leiser) und neun (Ebner und von Stetten).

Immer wieder werden die Äußerungen aller sechs Kandidaten vom Publikum mit Applaus quittiert. Zum Teil wird auch hörbar, dass Anhänger der Parteien unter den Zuschauern sind: Bei Äußerungen mancher Kandidaten kommt das Klatschen aus der gleichen Richtung.

Mehr zum HZ-Wahlforum in Neuenstein demnächst auf stimme.de und am Freitag, 7. Februar in der Hohenloher Zeitung

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