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Nach Merkel-Rüffel: Der Gegenwind für Unions-Kanzlerkandidat Merz wird schärfer

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Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert mitten im Wahlkampf den Kanzlerkandidaten ihrer Partei. Das ist ein beispielloser Vorgang, findet unser Autor.


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Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nicht gegeben. Ein ehemaliger Kanzler, eine ehemalige Kanzlerin mischt sich in den laufenden Wahlkampf ein und kritisiert den Kanzlerkandidaten der eigenen Partei. Angela Merkel hält Merz’ Vorgehen für falsch, dem Entschließungsantrag der Union zur Migrationspolitik mit den Stimmen der AfD zu einer Mehrheit im Bundestag verholfen zu haben. Und zwar „sehenden Auges“, wie die Altkanzlerin betont.

Ehemalige Bundeskanzlerin Merkel: Merz hat eigene Absprache gebrochen

Merkel wirft Merz in ihrer Erklärung Wortbruch vor, indem sie seine Absprache zitiert, wonach bei Abstimmungen im Parlament keine „zufällige oder tatsächlich herbeigeführte Mehrheit mit denen da von der AfD zustande kommt“.  Es sei falsch, dass der Unionsvorsitzende sich nicht mehr an diese Verabredungen der Parteien der demokratischen Mitte gebunden fühlt.


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Er könne Friedrich Merz nicht mehr trauen, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz nach der Abstimmung im Bundestag am Mittwoch gesagt. Dieser Subtext schwingt auch bei Merkels Erklärung mit. Und auch ihr Hinweis, gemeinsam über parteipolitische Grenzen hinweg nach Lösungen zu suchen und dabei geltendes europäisches Recht zu wahren, kann als heftiger Rüffel für Friedrich Merz gewertet werden.

Der Gegenwind für Friedrich Merz wird nach Merkels Abrechnung schärfer

Der Unions-Kanzlerkandidat, der mit Merkel noch nie konnte, hat nun ein Problem. Wie will er diese Debatte abräumen, die nun auch in der eigenen Partei entbrannt ist? Will er nach der gewonnenen Abstimmung am Mittwoch, die eher symbolischer Natur war, tatsächlich am Freitag erneut mit den Stimmen der AfD dem Zustrombegrenzungsgesetz der Union zu einer Mehrheit verhelfen? Oder sucht er doch noch das Gespräch mit SPD und Grünen, um einen tragfähigen Kompromiss in der Migrationspolitik zu schmieden?

Fest steht, dass nach Merkels Abrechnung der Gegenwind für Friedrich Merz schärfer wird. Setzt er seinen kompromisslosen Kurs fort, könnte er am 23. Februar als Wahlsieger ohne Koalitionspartner dastehen.

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