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Aufatmen nach dem Wahlkrimi in Heilbronn

  
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Männlich und konservativ präsentiert sich die Region in Berlin, doch für Klagen ist es jetzt zu spät, meint unsere Autorin. 


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Es war abzusehen, dass die Stimme der Region in Berlin künftig leiser sein wird. Nur noch fünf Männer vertreten die fast eine Million Menschen in den drei Wahlkreisen. Das ist in jeder Hinsicht unbefriedigend, aber eine absehbare Folge des Wahlrechts, das dem immer weiter ausufernden Bundestag Grenzen gesetzt hat. Das oft praktizierte Stimmensplitting verursachte in der Vergangenheit immer mehr Ausgleichmandate, was zu Kostensteigerungen und Platzproblemen in Berlin führte.

Für 23 Wahlkreissieger im Bund reichte das Zweitstimmenverhältnis nicht. Das mag im Einzelfall hart sein, aber es ist auch effizient. Dass es Heilbronn nicht getroffen hat, dafür den benachbarten Wahlkreis Rhein-Neckar, sorgt dennoch für Aufatmen. Das geben auch Demokraten gerne zu, die der CDU sonst nicht die Stange halten. Verhindert es doch, dass der Wahlkreis Heilbronn nur einen AfD-Mann nach Berlin schickt. Das wäre durchaus bitter gewesen und hätte knapp 80 Prozent der Wähler nicht repräsentiert.

Weniger Abgeordnete aus Heilbronn/Hohenlohe im Bundestag: Diversität beginnt bei der Kandidatensuche

Am Ende ziehen nun also alle drei CDU-Kandidaten erneut ins Parlament ein, sie sind stärkste Kraft in ihren Wahlkreisen. Die regionale AfD hat eine Stimme weniger im Bund als 2021, örtliche SPD und FDP sind nicht vertreten. Das ist keine Überraschung und deshalb auch nicht beklagenswert.

Männlich und mehrheitlich konservativ präsentiert sich die Region im Bundestag. Doch jetzt noch die mangelnde Diversität zu beklagen, kommt zu spät. Offenheit und Engagement für die Ämterbesetzung beginnt schon bei der Kandidatensuche und -bereitschaft. Es ist leider, wie es ist: Gesellschaftlich gewachsene Strukturen sind nach wie vor männerdominiert, der Bundestag wird es deshalb auch sein.   

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