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Analyse nach Bundestagswahl
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Alexander Throm gewinnt alle Heilbronner Stadtteile – SPD verliert überall

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Die Wahl zum 21. Deutschen Bundestag ist Geschichte. Die Stimmzettel sind ausgezählt. Doch wie sieht das Ergebnis im Detail in der Stadt Heilbronn aus. Eine Analyse.


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Neun zu null für Alexander Throm. Bei der Wahl zum 21. Deutschen Bundestag am Sonntag hat der 56 Jahre alte Christdemokrat in allen neun Heilbronner Stadtteilen gewonnen. Und das deutlich klarer als bei der Wahl 2021. Die Plus-Spanne reicht von 5,3 bis 8,7 Prozentpunkte. Konnte Josip Juratovic (SPD) vor vier Jahren noch zwei Stadtteile für sich verbuchen, ging Jens Schäfer dieses Mal leer aus. Die AfD mit Jürgen Kögel ist in allen Stadtteilen zweitstärkste politische Kraft.

Wahlkreis Heilbronn: Alexander Throm überspringt 30-Prozent-Marke deutlich

Das beste Ergebnis holte Throm am Sonntag in Kirchhausen, jener Stadtteil, der traditionell CDU wählt. Hier kam er auf 41,9 Prozent. In sieben Stadtteilen übersprang er jeweils deutlich die 30-Prozent-Marke. Lediglich in Böckingen blieb er mit 29,7 Prozent etwas unter diesem Wert. Dennoch entspricht dies einem Plus von 5,9 Prozentpunkten gegenüber 2021.

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Throm-Hochburgen sind mit 49,3 Prozent das Wahllokal Biberach 1 und Kirchhausen (48,8 Prozent). Aber auch in der Ost-Stadt trumpfte der Abgeordnete, der seit 2017 dem Bundestag angehört, auf. Im Wilhelm-Busch-Kindergarten beispielsweise stimmten 43,4 Prozent der Wahlberechtigten für Alexander Throm, im Johannes-Kindergarten, Gruppenraum links, waren es 42,9 Prozent. Überdurchschnittliche Ergebnisse erreichte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aber auch im Wahllokal Frankenbach 2 mit 42,5 Prozent), in Sontheim 1 (41,7 Prozent) und in der Grundschule Klingenberg (37,3 Prozent). 

Throm setzt lange Liste der CDU-Direktmandate in Heilbronn fort

Bei den Zweitstimmen verharrte die CDU bis auf Kirchhausen und Biberach, wo die Partei jeweils über die 30-Prozent-Mark kam, in den anderen Stadtteilen in den guten 20-Prozent-Rängen. Aber auch hier ist eine Verbesserung gegenüber der letzten Bundestagswahl festzustellen. Mit einem knappen Wiedereinzug in den Bundestag setzt Throm die lange Liste der CDU-Direktmandate fort, die mit Karl Simpfendörfer (1957) begann und von Egon Susset (1976 bis 1998) und Thomas Strobl (1998 bis 2017) fortgeführt wurde.


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Was ist nur aus dem einstmals SPD-geprägten Böckingen geworden? Die AfD holte hier mit ihrem Kandidaten Jürgen Kögel mit 28,2 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis aller Parteien in den neun Heilbronner Stadtteilen. Vor der CDU landete die AfD auch in Neckargartach (27,7 Prozent), Frankenbach (27,6 Prozent) und Sontheim (26,7 Prozent). Die wenigsten Stimmen erhielt die AfD in Heilbronn (19,8 Prozent). AfD-Wahllokal-Hochburgen sind nach den Zweitstimmen die Staufenbergschule, Zimmer 3, mit 47,1 Prozent, das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium (46,6 Prozent) und die Wilhelm-Hauff-Schule (38,6 Prozent).

SPD muss in Heilbronn überall Verluste hinnehmen

Die 20-Prozent-Marke bleibt für Jens Schäfer (SPD) überall in Heilbronn unerreicht. Gleiches gilt für die Partei.  2021 hatte das noch deutlich besser ausgesehen. Den geringsten Zuspruch für Schäfer gab es in Kirchhausen 12,1 Prozent), die meisten Stimmen holte er in Horkheim (17,5 Prozent). Nur in drei Wahllokalen (Technisches Rathaus, Kindertagesstätte Wartbergstraße, Wilhelm-Hauff-Schule) kam er knapp über die 20 Prozent.

Bitter ist das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Klausel für Michael Link. Auch er litt unter der schlechten Stimmung bei den Wählern für die Liberalen und musste in jedem Stadtteil die Halbierung seines 2021-Ergebnisses hinnehmen. Nur in der Kernstadt (6,3 Prozent) und in Klingenberg (6,1 Prozent) sprang er über die Sechs-Prozent-Hürde.

Achtungserfolg für die Linke – Abwärtstrend der Grünen auch in Heilbronn 

Den allgemeinen Abwärtstrend der Grünen konnte sich auch Jonathan Ebert nicht entziehen. Nur in der Kernstadt (12,4 Prozent), Horkheim (11,7 Prozent) und Sontheim (10,1 Prozent) kam er über die Zehn-Prozent-Marke. Nahezu identisch ist das Bild bei den Zweitstimmen.

Mehr als ein Achtungserfolg schaffte Christoph Mössinger. Der Newcomer der Linken verdoppelte zum Teil deutlich das Ergebnis von 2021, als der bekanntere Konrad Wanner ins Renen gegangen war. Sein bestes Ergebnis erzielte der selbstständige Baumpfleger in Heilbronn (9,9 Prozent), sein schlechtestes in Kirchhausen (3,6 Prozent). Die meisten Linken-Wähler wohnen rund um die Wahllokale „Pari Kinderhaus Südstadthöfe“ (19,4 Prozent) und „Wilhelm-Maybach-Schule“ (18 Prozent). 

Wo die Wahlbeteiligung in Heilbronn am höchsten war

Die Wahlbeteiligung lag in Heilbronn bei 76,9 Prozent. Das entspricht einem Plus von 5,8 Prozentpunkten. Von den  74.039 Wahlberechtigten hatten sich 56.925 Wähler am Urnengang beteiligt. 378 Stimmen (0,66 Prozent) waren ungültig. Die höchste Wahlbeteiligung meldete das Wahllokal Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium mit 66,1 Prozent. 

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