Meinung
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Unsere Stromversorgung geht in den Realitätstest

In Deutschland wird der Strom knapp. Zum Glück kann man ihn nicht hamstern, findet unser Autor.

Christian Gleichauf
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Lesezeit 1 Min
Energiekrise in Deutschland
Licht aus - aus Furcht vor explodierenden Energiekosten? Die teils massiv gestiegenen Preise für Gas und Strom bereiten vielen Menschen finanzielle Schwierigkeiten.  Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der jüngste Stresstest hat gezeigt: Wenn alles, was an konventioneller Kraftwerkskapazität zur Verfügung steht, auch Strom erzeugt, und wenn zusätzlich das Ausland hilft, dann brauchen wir in einem windarmen, kalten Winter die Kernkraftwerke wahrscheinlich nicht.

Doch eine solche Wahrscheinlichkeit beruhigt nicht. Noch schlimmer machen es Aussagen, dass im Fall der Fälle Isar 2 und das GKN in Neckarwestheim die Lücken auch nicht würden stopfen können. Es ist so: Unsere Stromversorgung ist - im Extremfall - nicht gesichert.

Ohne Strom geht nichts mehr

Da muss man froh sein, dass die Verbraucher Strom nicht auf Vorrat kaufen können. Er wäre schon morgen weg, und man könnte es niemandem verdenken.

Denn ohne Strom läuft fast nichts mehr. Zu Hause keine Heizung, bei der Arbeit keine Maschine. In manchen Branchen braucht es auch keinen wochenlangen Ausfall, um Unternehmen endgültig den Stecker zu ziehen.

Ist also die Energiewende an allem schuld?

Und nein, die Energiewende ist nicht gescheitert. Sie hat aber leider noch nicht stattgefunden. Ohne den Netzausbau bringen Windräder in der Ostsee wenig. Und es gibt auch noch keine Alternative zum Erdgas. Was bisher steht, wird nun also einem Realitätstest unterzogen.

Es braucht dann zügig einen Plan, wie wir unsere Energieversorgung so gestalten, dass wir nicht jeden Winter auf Glück angewiesen sind.

 

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