Stimme+
Hohenlohe
Lesezeichen setzen Merken

Radwege ausbauen mit Sinn und Verstand

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Der Hohenlohekreis sollte sich beim Radwegeausbau realistische Ziele setzen, meint unser Autor.

   | 
Lesezeit  1 Min

Man kann dem Land keinen Vorwurf machen, zu wenig Geld für den Aus- und Neubau von Radwegen bereitgestellt zu haben. Seit 2013 werden Kommunen immer besser gefördert, zuletzt wurden die Quoten so weit erhöht, dass Städte und Gemeinden nur noch 12,5 statt 30 Prozent selbst zahlen müssen. Ob das genügt, um den viel beschworenen Ruck auszulösen? Im Hohenlohekreis ist davon noch wenig zu spüren. Viele kommunale Haushalte sind so angespannt, dass der Ausbau von Radwegen hintan steht. Hinzu kommen ländliche Strukturen, die mit denen in urbanen Zentren nicht vergleichbar sind. Pendeln und Einkaufen per Velo? Auf dem Land tut man sich damit schwer. Das Auto ist und bleibt die erste Wahl.

Bürokratische Hürden müssen fallen

Trotzdem ist es gut, um mehr Alltagsradler zu kämpfen und Kommunen von Investitionen ins Radwegenetz zu überzeugen. Dies wird aber nicht genügen. Wie beim Ausbau von Straßen und Bahnen, müssen auch hier bürokratische Hürden fallen und gesetzliche Regeln entschärft werden: vor allem beim Naturschutz und Denkmalschutz. Sonst ziehen sich Planung und Genehmigung mitunter nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte hin, wie das Beispiel Ohrntalradweg gezeigt hat.

Ausbau im ländlichen Raum hat Grenzen

Am wichtigsten ist aber, mit Sinn und Verstand zu handeln. Und keine realitätsfernen Ziele auszurufen. Dass in den überschaubaren Grenzen größerer Städte bis 2030 die Hälfte aller Wege mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden, kann funktionieren. Sie stellen die Mehrzahl der Mitglieder in der AGFK. Im Hohenlohekreis, der 2023 neu dazustieß, ist das nicht zu schaffen. Hier wäre schon viel gewonnen, wenn Öhringen oder Künzelsau dies gelänge und alltagstaugliche Hauptachsen durchgängig befahrbar wären. Das Land sagt: Wir wollen 20 Prozent bis 2030. Selbst das ist für den Hohenlohekreis zu hoch gegriffen. Zehn statt fünf Prozent: Damit könnte man schon zufrieden sein.

 


Mehr zum Thema

Im Südwesten werden viele Fahrradwege ausgebaut. Foto: Daniel Bockwoldt/Archiv
Stimme+
Hohenlohe
Lesezeichen setzen

Hohenlohekreis plant großen Ruck beim Ausbau von Radwegen


Kommentare öffnen
  Nach oben