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Smart Factory bei Audi: Perfektionismus ist der Feind der schnellen Veränderung

Die Smart Factory nimmt Konturen an bei Audi. Zu kompliziert darf das Unterfangen aber nicht werden, warnt unser Autor. Denn das kostet nur Zeit.

Christian Gleichauf
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Lesezeit 1 Min

Der Tanker VW muss Fahrt aufnehmen bei der Digitalisierung. Das gilt für die Fahrzeugsoftware, deren stockende Entwicklung den alten Konzernchef Diess womöglich den Job gekostet hat. Das gilt aber auch für die Produktion. Schneller, höher, weiter, so lautet deshalb die etwas flapsige Zusammenfassung des Audi-Produktionsvorstands Gerd Walker für das, was in den Werken weltweit bevorsteht.

 

Der Weg zur Smart Factory ist dennoch weit. Während Elon Musk seine Tesla-Fabriken frei plant und mit Tempo hochzieht, müssen die deutschen Autobauer überwiegend bei laufenden Bändern agieren. Das kostet Zeit - und darin liegt die große Gefahr. Denn wo man jetzt das Ziel aller Bemühungen ausmacht, liegt es in zehn Jahren nicht mehr. Die Welt dreht sich weiter, und das immer schneller. Was jetzt gut gedacht ist, kann sich als Fehler erweisen, der kaum zu revidieren ist.

Walker spricht vom ganzheitlichen Ansatz - dem Versuch, alle Folgen im Vorfeld abzuschätzen und zu berücksichtigen. Alles richtig, nur perfekt kann es nicht sein. Denn noch wichtiger ist eine radikale Vereinfachung. Produktionsabläufe müssen neu gedacht, in kleinen Reallaboren wie den Böllinger Höfen getestet und dann konzernweit ausgerollt werden. So wird der Tanker wendiger. Nur der Anfang ist getan.

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