Das neue Betreuungskonzept gegen den Erziehermangel ist nachahmenswert
Das Konzept in der Kita Schnakennest in Auenstein ist beispielgebend, aber keine Dauerlösung, findet unsere Autorin.
Kommunale und kirchliche Kindertagesstätten suchen händeringend Personal - immer öfter vergeblich. Zu lange wurden Erzieherinnen schlecht bezahlt, fehlte es auch an gesellschaftlicher Anerkennung ihrer Leistung. Viele haben den Kitas den Rücken gekehrt, zu wenige wollen den Beruf noch ergreifen. Die Flüchtlingskrise verschärft die Lage zusätzlich.
Der Fachkräftemangel erschwert zum einen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Wohin mit dem Kind, wenn Betreuungszeiten kurzfristig wegfallen oder gar langfristig deutlich gekürzt werden? Zum anderen kommt das verbliebene Kita-Personal immer häufiger an seine Belastungsgrenze. Nicht zu vergessen die Kinder, die nicht in vollem Maß gefördert werden können.
Offenheit der Fachkräfte gegenüber den neuen Kolleginnen ist entscheidend
Das für das Auensteiner Schnakennest entwickelte Ganztagsprogramm mit Spielgruppen am Nachmittag kommt bei Eltern, Erzieherinnen und Kindern offenbar gut an. Es zeigt sich, dass der Nachwuchs auch dann gut betreut ist, wenn nicht gelernte Kräfte sich um ihn kümmern. Der Erfolg ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass die Spielgruppenleiterinnen hoch motiviert an ihre Aufgabe herangehen und teilweise schon jahrelange Erfahrung in der Kita-Arbeit haben. Ebenso mitentscheidend ist die Offenheit der Fachkräfte gegenüber den neuen Kolleginnen. Das muss anderswo erst einmal gelingen.
Das Schnakennest-Konzept ist ein nachahmenswertes Beispiel, um dem Fachkräftemangel kurzfristig zu begegnen, bedeutet jedoch unweigerlich, Abstriche an der Qualität der Kinderbetreuung in Kauf zu nehmen. Es ist eine gute Not-, aber keine Dauerlösung.
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