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Meinung: Würth bleibt hungrig

  
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Der Weltmarktführer aus Künzelsau wächst über sich hinaus. Es ist nicht nur der Sonderkonjunktur geschuldet, meint unser Autor, sondern auch dem guten Zusammenspiel von Management und Eigentümerfamilie.

  

Rechtzeitig zum Jahresende hat Würth den Entwurf für eine neue, repräsentative Zentrale in Künzelsau-Gaisbach präsentiert. Wären die Pläne für den 50 Meter hohen Turm jetzt bekannt geworden, wäre wohl bei manchem der Eindruck entstanden, dass der Erfolg schnell zu Kopf gestiegen ist. Das wäre ohnehin ein Trugschluss, die Pläne haben lange Vorlaufzeiten.

Der Erfolg ist allerdings beachtlich: Das Würth-Geschäft ist fast um ein Fünftel gewachsen, nachdem es im Vorjahr nicht geschrumpft ist. Der Gewinn schießt weit über die Milliardengrenze.

Trotz aller Herausforderungen: Würth lässt wenig liegen

Bemerkenswert ist, dass in dieser herausfordernden Phase, in der eingestellt, um- und ausgebaut wird, wie selbstverständlich auch noch Themen wie neue Arbeitsweisen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit angegangen werden. Würth hat einen Lauf, findet in einem Pandemiejahr sogar 4000 neue Mitarbeiter, was für den guten Ruf des Unternehmens spricht.

Es zahlt sich aus, dass Management und Eigentümerfamilie an einem Strang ziehen. Weiterhin hungrig steckt Würth-Chef Robert Friedmann neue ambitionierte Ziele.

Und es gibt noch Luft nach oben

Vor Rückschlägen ist dabei keine Branche und kein Unternehmen gefeit. Doch dass das Wachstum schnell an Grenzen stößt, ist nicht zu erwarten. Der Branchenprimus hat weltweit einen Marktanteil von fünf bis acht Prozent, in China und den USA noch deutlich weniger. Viel Luft nach oben, könnte man sagen. Für Würth sind deshalb nicht die Wachstumsraten allein entscheidend, sondern der Vergleich mit der Konkurrenz. Was die Zahlen wert sind, wird sich also in den nächsten Monaten zeigen.


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