Vorgehen der Eberstädter Gemeinderäte: Schlechter Stil
Mit ihrem Vorgehen geben Eberstädter Gemeinderäte kein gutes Beispiel ab, meint unsere Autorin.
Dass Gemeinderatsfraktionen während einer Diskussion das Bedürfnis verspüren, sich kurzzeitig unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutauschen, kommt bei strittigen Themen hin und wieder vor. Nichts völlig Außergewöhnliches. Dass sich aber ein beinahe vollständiges Gremium zurückzieht, seinen Vorsitzenden, den Bürgermeister, nicht dabei haben will und dieser dann seinen Räten hinterherrennen muss: Ein solcher Vorgang sucht seinesgleichen. Im Weinsberger Tal und anderswo.
Dass es zwischen Rathauschef Stephan Franczak und dem Gemeinderat, zumindest zwischen ihm und einzelnen Bürgervertretern, nicht gerade zum Besten steht, dass es immer wieder knistert und knirscht im Ratsrund, ist schon länger offenkundig. Manche Kritik am Bürgermeister mag durchaus berechtigt sein. Doch ihn so auflaufen zu lassen wie am Dienstagabend im alten Schulhaus und die Zuhörerschaft gleichzeitig im Unklaren darüber zu lassen, worum es denn eigentlich geht: Das ist schlichtweg schlechter Stil.
Wenn sie eine nicht spruchreife Alternative zur Erweiterung und zur Sanierung des Rathauses im Hinterkopf haben, wie die Initiatoren des Wunsches nach Nichtöffentlichkeit, Marco Hinner und Gerhard Kästle, im Nachgang sagen: Warum haben sie sich dann nicht im Vorfeld an die Verwaltung gewandt, um offene Fragen zu klären? Oder: Warum haben sie nicht gleich zu Beginn der Sitzung beantragt, das Rathaus-Thema zu vertagen, damit sie noch einmal in sich gehen können? Das ist durchaus legitim. Dann wäre die Sache sauber gelaufen. So kann man über dieses kindergartenhafte Kasperltheater, bei dem fast alle Bürgervertreter mitgespielt haben, nur den Kopf schütteln. Echt Eberstadt.
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