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So geht man mit seinen Mitarbeitern nicht um

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Der Fall Schedl ist ein Negativbeispiel für den Umgang mit der betrieblichen Mitbestimmung, findet unser Autor. Verlierer sind nicht nur die Betriebsräte, die das Unternehmen verlassen haben.

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Was hat der Autozulieferer Schedl mit dem Großangriff auf seinen Betriebsrat nun also erreicht? Mehrere Arbeitnehmervertreter ist er losgeworden, doch das Gremium wird bestehen bleiben. Ein Pyrrhussieg. Bei den Recherchen zu den unerquicklichen Fällen vor dem Arbeitsgericht Heilbronn war immer wieder zu hören: Sie werfen mit Dreck, weil sie wissen: Irgendwas wird schon hängenbleiben.

 


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Der Autozulieferer Schedl montiert am Standort Heilbronn, gehört aber dem bayrischen Preymesser-Konzern an.
Foto: Berger
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Selbst bei Audi will man wissen, was da los ist 

Hängen bleibt etwas anderes. Innerhalb weniger Monate haben es Schedl und die Eigentümerfamilie Preymesser geschafft, zu einer zweifelhaften Reputation nicht nur in der Region Heilbronn zu kommen. Selbst in der Vorstandsetage von Audi weiß man inzwischen, mit wem man es zu tun hat: Einem Arbeitgeber, der auf Härte setzt anstatt auf Kooperation, der betriebliche Mitbestimmung als überflüssig erachtet und für den "soziale Partnerschaft" ein Fremdwort ist – oder zumindest war. Vielleicht hat jetzt ja ein Umdenken eingesetzt.

Gegeneinander geht es nicht voran

Der Fall ist ein Lehrstück, wie sich Arbeitgeber um die Anerkennung bringen können, die ihnen prinzipiell zusteht. Wer mit unternehmerischem Mut Arbeitsplätze und Werte schafft, der sollte stolz sein können. Wer ins Risiko geht, darf auch finanziell dafür belohnt werden. Aber kein Arbeitgeber hat ein Recht darauf, Gewinne auf dem Rücken seiner Arbeitnehmer zu optimieren.

Aus gutem Grund gibt es deshalb in Deutschland das Betriebsverfassungsgesetz, das in diesem Jahr 50 Jahre alt wird. Arbeitsminister Hubertus Heil will es reformieren. Die Gewerkschaften haben dazu eine Reihe von Vorschlägen gemacht. In bewegten Zeiten wie diesen braucht es aber in jedem Fall ein Miteinander in den Unternehmen. Umsteuern kann man nur, wenn alle in die gleiche Richtung ziehen.

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