Meinung: Der Abgang Klaus Gehrigs bei der Schwarz-Gruppe überrascht nicht
Bei plötzlichen Wechseln an der Spitze war Klaus Gehrig bislang der Verursacher, nicht der Betroffene. Nun endet sein Weg früher als von Gehrig erwünscht, meint unser Autor.
Für plötzliche Wechsel an der Spitze ist die Schwarz-Gruppe ja immer gut. Nur dass bislang Klaus Gehrig der Verursacher war, nicht der Betroffene. Dutzende geschasste Manager pflastern seinen Weg. Einen Weg, der nun früher endet als geplant – und als von ihm gewünscht.
Bezeichnend ist, dass dies einer der wenigen Fälle ist, in denen das Unternehmen zumindest eine Andeutung preisgibt, warum es zur Trennung kam: Es ging um eine Personalie, die Klaus Gehrig sehr am Herzen gelegen habe und die vom Inhaber, sprich Dieter Schwarz, anders gesehen wurde. Es bedarf nicht vieler Interpretationskünste, um dahinter den Fall Melanie Köhler zu vermuten: Die 30-Jährige, von Gehrig protegiert und Nummer drei im Konzern, hat vor wenigen Wochen überraschend die Gruppe verlassen. Die Stimmen verstummen nicht, die hinter dieser Entscheidung Dieter Schwarz sehen.
In den vergangenen Wochen war die Kritik an Gehrigs offensichtlicher Bevorzugung junger Frauen für Spitzenpositionen immer lauter geworden. Trotz aller neuen sozialen Komponenten, die daraufhin im Unternehmen Einzug hielten, sorgte dies für Unmut bei langjährigen, männlichen Führungskräften. Viele suchten sich schließlich einen neuen Job bei Wettbewerbern. Gehrigs Idee der plakativen Frauenförderung dürfte nun enden.
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