Corona-Screening im Abwasser: Vielversprechend, wenig gefördert
Als Frühwarnsystem in der endemischen Corona-Phase ist das Abwasser-Monitoring eine interessante Methode. Die Erforschung und der Aufbau eines Netzes dauern viel zu lange, kritisiert unser Autor.
Die Öffentlichkeit nimmt Corona-Inzidenzen kaum noch zur Kenntnis. Das Thema, das so lange alles beherrschte, wird von anderen Krisen überlagert. Manche Politiker und Fachleute haben die Pandemie für beendet erklärt. Das Virus wird zum ständigen Begleiter. Da wäre es hilfreich, ein Warnsystem zu haben, das früh auf Ausschläge im Infektionsgeschehen aufmerksam macht, um unaufgeregt, zielgenau und regionsscharf reagieren zu können.
Kein Vergleich mit horrenden Fördersummen für Tests
Nach Einschätzung vieler Experten gibt es ein solches System. Mit der Überwachung des Abwassers in Kläranlagen haben die Vorreiter gute Erfahrungen gemacht. Umso unverständlicher ist es, dass Deutschland diesen vielversprechenden Ansatz so stiefmütterlich behandelt. Andere Länder sind da weiter. Ein Pilotprojekt hierzulande läuft noch bis zum kommenden Frühjahr und umfasst 48 Standorte – bei rund 10.000 Kläranlagen in Deutschland. Der Bund schießt nicht einmal sechs Millionen Euro zu.
Endlich von der Bremse gehen
Zum Vergleich: Mehr als zehn Milliarden Euro an Steuergeldern kosteten die Corona-Tests, die das Infektionsgeschehen längst nicht mehr zuverlässig abbilden. Ein Teil des Geldes wanderte in die Taschen von Betrügern. Das Monitoring in Kläranlagen ist weitaus günstiger. Bei der Erforschung dieser Methode muss Deutschland endlich von der Bremse gehen.
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