Maskenpflicht in der Bahn ist Gängelung
Die Sinnhaftigkeit einer weiterhin bestehenden Maskenpflicht in der Bahn erschließt sich nur jenen, die ein Killervirus fürchten, meint unser Autor.
Verwunderlich, welche Wahrnehmung die Deutsche Bahn und auch die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft haben: Bei Fahrgästen sei noch immer eine "hohe Maskendisziplin" festzustellen. Wer in der Region Heilbronn regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist, bekommt mitunter einen anderen Eindruck.
Sich in der Bahn die Maske vom Gesicht zu reißen, wirkt ansteckend. Wenn da drei Fahrgäste sitzen oder mehr, kann man bei einer Kontrolle sagen: Die anderen tragen doch auch keine Maske. Was soll das Zugpersonal dem entgegnen? Konflikte sind vorprogrammiert - und deshalb wird maskenfreies Bahnfahren zunehmend geduldet werden. Jetzt noch auf die Corona-Regeln zu verweisen, die ja für alle gelten, ist unnötig und sinnbefreit. Das Coronavirus mag halt insbesondere die Bahn, ist klar. Restaurants, Kinos, Saunen, Supermärkte - eher nicht so.
Der Bahnkunden-Verband benennt die Problematik: Eine einleuchtende Erklärung für eine Maskenpflicht in der Bahn fehlt. Im Fußballstadion feiern Zehntausende VfB-Fans den Klassenerhalt miteinander, aber auf der Rückfahrt im Zug bitteschön Abstand halten und das Masketragen nicht vergessen. Das ist nicht mehr vermittelbar und kann man von den Menschen auch nicht länger erwarten.
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Kommentare
Peter Kaspar am 19.05.2022 17:44 Uhr
Es gibt da einen wesentlichen Unterschied zwischen Fußballstadien und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ins Stadion kann man gehen, muss aber nicht. Wer kein Auto hat, muss den ÖPNV nutzen, da hat man keine Wahlmöglichkeit.