Kocherfreibad Künzelsau: Kein guter Stil im Umgang mit den Besuchern
Die Stadt Künzelsau muss aufpassen, dass sie ihre Badegäste nicht ganz vergrätzt, meint unsere Autorin.
Das Künzelsauer Kocherfreibad ist eine einmalige Einrichtung in Baden-Württemberg. Die Einmaligkeit scheint aber Teil des Problems zu sein, das sich seit Jahren wie ein roter Faden von Badesaison zu Badesaison zieht. So bestand der Charme des Flussfreibads ursprünglich darin, dass man im Kocher eintauchen konnte, ohne auf Annehmlichkeiten wie Umkleiden, Toiletten und die Sicherheit durch einen Bademeister verzichten zu müssen. Denn das unterschied das Freibad von den herkömmlichen Badestellen an Jagst und Kocher. Inzwischen trauern viele Künzelsauer "ihrem Bad" nach. Seit der ungeliebte Zaun das Gelände vom Kocher abgrenzt, fällt in Gesprächen häufig das Wort "Hochsicherheitstrakt".
Die Stadt scheint dem ratlos gegenüberzustehen. Ja, sie muss Vorschriften einhalten. Die große Politik ist jedoch nicht allein Schuld am Unmut der Badegäste. Vielmehr muss man fragen, warum es Künzelsau nicht schafft, das Bad ganztägig zu öffnen? Anderen scheint das - trotz Personalnot - zu gelingen.
Ein Ticketautomat könnte die Probleme beim Bezahlsystem am Kocherfreibad lösen
Im Kocherfreibad keine Eintrittskarten mehr zu verkaufen, ist ein weiterer Fehltritt. Denn die Badegäste mit einem plumpen Aufsteller auf das Online-System zu verweisen, ist kein guter Stil. Man stellt Menschen, die nicht firm mit solchen Bezahlsystemen sind, vor unnötige Hürden, die ein Ticketautomat lösen könnte. Dass Badegäste ihre Eintrittskarte vorab im Rathaus kaufen, ist realitätsfern und schlechter Service. Geht das so weiter, vergrätzt Künzelsau auch seine treuen Badegäste. Dann hat man die Million für die Sanierung des Bads wortwörtlich im Kocher versenkt.
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