Klimafreundliches Bauen muss sich irgendwie rechnen
Nach dem KfW-Förderstopp fehlt eine Perspektive. Denn wer die Wahl zwischen Klimaschutz und Quadratmeter hat, wird sich für Quadratmeter entscheiden, fürchtet unser Autor.
Wirtschaftsminister Robert Habeck hat sich dem Druck gebeugt. Man kann sich vorstellen, wie Betroffene, die mit zigtausend Euro Fördergeld gerechnet hatten, jetzt aufatmen. Schuldig bleibt Habeck die Frage, wie die Förderung künftig aussehen soll, wie er das grundsätzliche Problem lösen will: Wie können wir Leute, die für sich oder für andere ein Haus bauen oder eine Wohnung sanieren, zu zusätzlichen Investitionen für den Klimaschutz motivieren?
Für andere investiert man ungern
Die Antwort ist nicht trivial. Denn schon diejenigen, die für sich selbst investieren und in langen Zeiträumen denken, werden aus finanzieller Sicht nicht unbedingt ein Haus bauen, das energetisch den höchsten Standards genügt. Die Mehrkosten reduzieren den finanziellen Spielraum, den man angesichts kräftiger Preissteigerungen vielleicht doch lieber für ein paar Quadratmeter mehr Wohnfläche nutzt.
Erst recht gilt diese Logik für Investoren, die den Wohnraum später vermieten. Dann zahlt ein anderer die Heizkosten. Dazu kommt, dass für die tatsächliche Ökobilanz nicht nur die Dämmung zählt, sondern auch das Baumaterial. Der grüne Minister kennt diese Herausforderungen. Nur hat er noch nicht verraten, wie er ansatzweise gerechte und wirksame Anreize schaffen will.
Zum Umdenken animiert
Der Trend zum E-Auto zeigt, dass Menschen zum Umdenken bereit sind, wenn der Staat für die Mehrkosten aufkommt. Das funktioniert bei Immobilien nicht anders. Allzu sparsam darf der Staat also nicht agieren, sonst wird"s nicht mehr Klimaschutz am Bau, sondern weniger.
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