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Apotheken: Kaum Spielraum für Honorarerhöhung

  
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Zugeständnisse von Lauterbach waren beim Apothekertag nicht zu erwarten. Dabei sind die Forderungen der Apotheker grundsätzlich berechtigt, wenn auch im Detail nicht realistisch, meint unsere Autorin.

  

Das Streikrecht ist verfassungsmäßig ein hohes Gut. Aber wenn Apotheker einer Online-Rede des Gesundheitsministers zuhören wollen und das dann als Arbeitskampf deklarieren, mutet es etwas skurril an. Denn offener Protest war dabei nicht möglich, und Zugeständnisse waren von Karl Lauterbach beim Deutschen Apothekertag auch nicht zu erwarten. Angesichts eines Defizits bei den Gesetzlichen Krankenkassen und der anstehenden Krankenhausreform hat er wenig finanziellen Spielraum.

Trotzdem ist eine Anpassung der Fixhonorare für die Medikamentenabgabe nach zehn Jahren sicher angebracht. Aber die Forderung einer Erhöhung um knapp 50 Prozent würde mehr als zwei Milliarden Euro kosten, die am Ende die Versicherten finanzieren müssten. Honorare noch dazu an Kostenentwicklungen zu knüpfen, ist aus Apothekersicht zwar eine auskömmliche Idee, aber sachlich nur schwer vermittelbar. Wer würde nicht gerne sein Gehalt an die steigende Inflation gekoppelt sehen?

Apothekerbranche lebt nicht nur von Rezepten, sondern auch vom freien Verkauf

Ohne Zweifel haben Apotheker mit steigenden Kosten und Fachkräftemangel zu kämpfen – wie viele andere auch. Deshalb gleich ein Apothekensterben auszurufen ist übertrieben. Denn die Branche lebt längst eher vom freien Verkauf als vom Rezept. Da ist das Aus in manchen Fällen weniger eine Frage des Honorars als des Angebots und der Nachfrage. Fußgängerzonen mit drei Apotheken in Sichtweite sind jedenfalls kaum noch zeitgemäß.


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