Im Wahlkampf hatte OB Mergel noch versprochen, sich um den Jörg-Ratgeb-Platz zu kümmern
Für Anwohner bleibt nur ein Gefühl der Ohnmacht: Stadt und Polizei nehmen die Sorgen der Menschen am Jörg-Ratgeb-Platz nicht ernst genug, findet unser Autor.

Nirgends schnitt Harry Mergel bei der Oberbürgermeisterwahl so schlecht ab wie im Wahllokal in der Staufenbergschule. Dort erhielt der OB nur 68,2 Prozent, seine Gegenkandidaten erzielten Rekordergebnisse. Im Wahlbezirk liegt auch der Jörg-Ratgeb-Platz, den viele Anwohner seit Jahren als Brennpunkt bezeichnen. Im Wahlkampf hatte Mergel versprochen, sich verstärkt um das Thema zu kümmern.
Nun dementieren Verwaltungsspitze und Polizei, dass es sich beim Jörg-Ratgeb-Platz um einen Brennpunkt handelt. Die Zahl der Beschwerden würde das nicht hergeben. Doch die Klagen der Anwohner sind wieder lauter geworden. Wer permanent unter Lärmbelästigungen bis spät in die Nacht leidet, der leidet auch psychisch. Noch schlimmer fühlt sich für viele das Gefühl der Ohnmacht an. Das berühmte subjektive Gefühl bestimmt eben dann auch das Bewusstsein.
Missstände im Keim ersticken
Man kann als Stadt und Polizei den Verfolgungsdruck hochhalten, um Missstände weitgehend im Keim zu ersticken. Im Neckarbogen hat das funktioniert, nachdem Anwohner sich massiv beschwert hatten und Gefahr bestand, dass der Heilbronner Vorzeigestadtteil Schaden nimmt. Beim kleinen Jörg-Ratgeb-Platz scheint eher die Meinung vorzuherrschen, gewisse Begleiterscheinungen gehörten zum Leben in einer Großstadt eben dazu.
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