Meinung zum Thema Impfbeschwerden: Im Stich gelassen
Wer nach einer Impfung langanhaltende Beschwerden hat, die in Arztberichten, Befunden und Krankschreibungen dokumentiert sind, sollte rasch Hilfe erhalten, meint unsere Autorin.
Bei der Corona-Impfung handelt es sich um eine staatlich dringend empfohlene Schutzimpfung. Im Infektionsschutzgesetz ist wie bei der Grippe-Impfung klar geregelt, wer für mögliche Schäden haftet. So weit, so gut. Schlecht ist, dass sich Betroffene im Fall der Fälle auf einen Verfahrensmarathon einstellen müssen.
Die Zahl der Menschen im Land, die nach der Spritze gesundheitliche Probleme bekommen, ist äußerst gering. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt die Melderate für schwerwiegende Reaktionen mit 0,2 Meldungen pro 1000 Impfdosen an. In wie vielen Fällen davon es sich nachweislich um einen Impfschaden handelt, müssen nun die Versorgungsämter im Land klären. Die sind dazu nicht in der Lage, weil weder Ärzte noch Gutachter qualifiziert genug sind, dies zu beurteilen.
Es fehlt die wissenschaftliche Expertise. Währenddessen kämpfen Betroffene mit gesundheitlichen Problemen. Ihr Leben ist nicht mehr, wie es war. Dazu kommen nicht selten finanzielle Schwierigkeiten. Das ist für sie ein Schlag ins Gesicht. Viele von ihnen haben früh Ja zum Eigenschutz und dem Schutz besonders gefährdeter Menschen gesagt. Jetzt sind sie die Gelackmeierten.
Sie benötigen unbürokratische Hilfen, Überbrückungsgelder etwa, bis Gutachter ihre Arbeit getan haben. Auch wenn es nur wenige betrifft, darf man sie nicht im Stich lassen. Gerade weil es nur wenige sind, sollte ihnen rasch geholfen werden. Arztberichte, Befunde und Krankschreibungen liegen schließlich vor.
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