Gezielte Hilfe kann sich der Staat leisten, das Rundum-Sorglos-Paket nicht
Die Gasumlage ist absurd. Aber Preise dürfen auch nicht einfach gedeckelt werden, warnt unser Autor. Sonst drohen eine Reihe unerwünschter Nebeneffekte.
Die Gasumlage ist eine Fehlkonstruktion. Energie noch zusätzlich teurer machen und Kosten für Staatshilfe nur einem Teil der Bevölkerung aufzubürden, das geht nicht. Das wurde selbst den Verantwortlichen in der Ampel schnell klar, sodass flugs die Mehrwertsteuer auf Gas reduziert wurde.
Preise wirken
Doch dass die Energie- und insbesondere die Gaspreise jetzt staatlich begrenzt und subventioniert werden sollen, ist kontraproduktiv. Preise haben eine nicht zu unterschätzende steuernde Wirkung. Jedes Einsparpotenzial muss genutzt werden, um einen Zusammenbruch der Gasversorgung im Winter zu verhindern.
Dazu kommt: Die Kosten, die für eine generelle Entlastung auf den deutschen Staat und damit auf alle Steuerzahler zukämen, wären enorm, und Energieversorger würden wohl schon wieder Zufallsgewinne verbuchen können.
Hilfe für Verbraucher, die keine brauchen?
Das heißt nicht, dass man Unternehmen und Menschen mit außergewöhnlichen Belastungen allein lassen darf. Aber warum soll der Gasverbrauch in gedämmten Etagenwohnungen ebenso finanziell unterstützt werden wie der in ungedämmten Altbauten?
Wo es richtig teuer wird, braucht es gezielt Hilfe, und zwar als Pauschale. Das ist aufwendig, aber sinnvoller und günstiger als das Signal, der Staat könne Mehrkosten für jeden abfedern.
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