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Für die Konjunktur könnte das dicke Ende noch kommen

  
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Die Wirtschaftsweisen schöpfen schon wieder Hoffnung. Vielleicht zu früh, fürchtet unser Autor. Denn mit den weiter steigenden Preisen wird es für manchen eng und enger.

  
Bei der Inflation ist vorerst keine Entspannung in Sicht.
Bei der Inflation ist vorerst keine Entspannung in Sicht.  Foto: Marijan Murat

Dass Deutschland nach Meinung der Wirtschaftsweisen in diesem Jahr doch nicht in die Rezession rutscht, kann keine Hoffnung machen. Ja, die Konjunktur läuft besser als in jenem schlimmen Szenario, mit dem man noch vor wenigen Monaten rechnen musste - als nicht klar war, wie leer die Gasspeicher irgendwann sein würden und wie hoch die Energiepreise noch steigen. Jetzt sind die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten, mehr aber auch nicht.

Wer kann, der genießt die lange vermisste Freiheit

Vor allem der Hinweis auf die weiterhin hohe Inflationsrate sollte zu denken geben. Vorerst ist keine Entspannung in Sicht, was bedeutet, dass die Preise Ende des Jahres im Schnitt fast ein Sechstel höher liegen als noch vor zwei Jahren. Noch genießen viele Verbraucher nach der Corona-Durststrecke das Einkaufen und Ausgehen. Schön, wenn das nicht am Geld scheitert.

Doch es steigt die Zahl derer, die Abstriche machen müssen, weil am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist. Das wird auch in der Wirtschaft Spuren hinterlassen.

Es ist allerdings auch ein Regulativ. Bei der Preisgestaltung nutzen viele Unternehmen momentan die Gunst der Stunde. Mit Verweis auf steigende Energie- und Rohstoffpreise wird ausgereizt, was geht. Angebot und Nachfrage werden es irgendwann richten.

Das Problem: Wenn die bislang so robuste Wirtschaft erst einmal abgewürgt ist, dann wird es umso schwerer, die vielen Probleme zu lösen, vor denen Deutschland und die Welt stehen. Und die Wirtschaftsweisen warnen vielleicht etwas zu leise: Der nächste Winter ist noch nicht überstanden.

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