Es braucht mehr als das Strategiepapier, um die Wasserstoff-Infrastruktur auszubauen
Die neue Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, findet unser Autor. Was fehlt, sind die konkreten Importmöglichkeiten, um große Mengen ins Land zu bringen.
Die erste Nationale Wasserstoff-Strategie hat 2020 viel zu kurz gegriffen. Daher war die Fortschreibung nun notwendig - und sie macht viele wichtige Punkte. Die teilweise bereits kritisierte neue Förderung von "blauem, türkisem und orangem" Wasserstoff ist übrigens eine wichtige Komponente. Diese Formen des Wasserstoffs - etwa aus Erdgas und aus Reststoffen - sind zwar überwiegend wenig umweltfreundlich.
Doch wenn die Wasserstoff-Wirtschaft ins Laufen kommen soll, dann braucht es sehr bald sehr viel von diesem Brennstoff zu bezahlbaren Preisen. Wichtig ist, dass die Förderung dann wieder zurückgenommen wird. Wann und wie, das muss bald festgelegt werden, damit keine Fehlanreize entstehen.
Hochgesteckte Ziele bei der Wasserstoff-Produktion
Die weiteren Ziele sind ambitioniert. Bis 2027/28 sollen 1800 Kilometer Wasserstoff-Pipelines zur Verfügung stehen. Die nächsten fünf Jahre sollen riesige Windparks auf See entstehen, die ausschließlich für die Wasserstoff-Produktion vorgesehen sind. Dazu sind Partnerschaften auch mit Entwicklungsländern geplant, um den Import von grünem Gas zu ermöglichen - mehr als die Hälfte des Wasserstoffs soll künftig aus dem Ausland kommen. Und insgesamt gibt es mehr Geld für Forschung und Entwicklung.
Das ist alles richtig. Doch wenn Wasserstoff wirklich in der Größenordnung verwendet werden soll wie derzeit angedacht, ist es nicht genug. Mit den bisher vorgesehenen Maßnahmen wird das Angebot an Wasserstoff nicht explodieren. Statt vager Hoffnungen auf Partnerschaften mit südlichen Ländern braucht es bald konkrete Verträge. Nur dann kann die Strategie aufgehen.
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