Energie-Embargo: Nicht warten, bis Putin am langen Hebel sitzt
Wir können nicht hoffen, dass Russland uns auch im nächsten Winter mit Energie versorgt, warnt unser Autor Christian Gleichauf. Wir müssen jetzt handeln.
Ist die Zeit des Handelns etwa schon wieder vorbei? Nein. Ein Energie-Embargo gegen Russland braucht es jetzt. Nur jetzt kann es Wirkung entfalten und der russischen Volkswirtschaft bis zum nächsten Winter Hunderte Milliarden Euro vorenthalten. Die Auswirkungen wären vorerst zwar schwer zu verkraften, aber sie wären zu verkraften. Es ist so: Die Sonne scheint, es wird wärmer. Jetzt können wir es uns leisten.
Von Weitsicht keine Spur
Dass wir solche Überlegungen anstellen müssen, zeigt, in welche Situation wir uns manövriert haben. Deutschland bekommt gerade die Quittung für die dümmstmögliche Energiepolitik. Statt zu diversifizieren und konsequent grüne Energiequellen anzuzapfen, hat unser Land sich zuletzt verstärkt abhängig gemacht von Russland, den Ausbau von erneuerbarer Energie schleifen lassen, sich beim Ausbau der Netze im Kleinklein mit den Betroffenen verheddert.
Jetzt wird hoffentlich manchem klar, dass unsere Zukunftsperspektive nicht von Windrädern beeinträchtigt wird, sondern von Diktatoren, denen wir zu viel Macht zugestehen.
Wenn es weh tut
Und so liegt es leider nicht mehr in unserer Hand, was nächsten Winter passiert. Wenn wir Putin die Möglichkeit geben, den Hahn abzudrehen, dann wird er es genau dann tun, wenn es am meisten weh tut. Dem sollten wir zuvorkommen.
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