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Ein Verbrennerverbot beantwortet keine der offenen Fragen

  
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Das E-Auto würde sich auch so durchsetzen, glaubt unser Autor. Aber ein anhaltender Wettbewerb hilft auch hier. Das Verbot sollte dann gar nicht nötig sein.

  

148 Jahre nach seiner Erfindung soll in Europa das letzte Automobil mit „Gasmotorenbetrieb“, wie es 1886 noch genannt wurde, hergestellt werden. Eine Zulassung für einen Neuwagen mit Verbrennermotor soll es in der EU ab 2035 jedenfalls nicht mehr geben. Der E-Motor muss es dann richten. Eigentlich selbstverständlich. Denn angesichts der hohen Kosten für den Sprit, für Anschaffung und Unterhalt des Verbrenners sollten bis dahin ohnehin so gut wie alle auf den hoffentlich bald deutlich günstigeren E-Antrieb umsteigen.


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Leider musste unbedingt ein Verbot her. Damit haben zwar die Autohersteller Klarheit. Welche Konsequenzen das sonst hat, ist aber nicht absehbar. Keiner weiß, ob demnächst in Wohnblocks Lademöglichkeiten für hunderte Autobesitzer geschaffen werden. Es ist auch weiterhin unklar, wie große Anhängelasten oder auch Wohnwagen mit E-Autos über weite Strecken gezogen werden sollen.

Tatsächlich laufen solche Argumente aber teilweise ins Leere. Denn auch 2035 und darüber hinaus wird es noch Verbrenner geben – dann eben nur noch als Gebrauchtwagen. In einigen Bereichen werden sie sehr gefragt bleiben.

Das führt dann allerdings zum nächsten Problem: Es muss Anreize geben, diese Altfahrzeuge möglichst bald mit klimaneutralen Kraftstoffen zu betreiben. Um die Diskussion über E-Fuels kommt man also auch so nicht herum. Denn offen ist leider auch, wie sich der Strombedarf insgesamt und die Kapazitäten im europäischen Kraftwerkspark in den nächsten 13 Jahren entwickeln. Verbote sind leider auch bei diesem Problem nicht die Lösung.
 
 
 
 
 
 

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