Protesttag in Stuttgart: Der Druck auf Kliniken steigt ins Unermessliche
Beschäftigte von Krankenhäusern haben sich am Mittwoch zu einem Aktionstag in Stuttgart versammelt. Es braucht Klarheit über die Krankenhausreform und dann gezielte Hilfen, findet unsere Autorin.
Rund 1700 Kliniken gibt es in der Republik, etwa 1100 davon könnten im Zuge der Klinikreform auf dem untersten Versorgungslevel mit anderen Einrichtungen zu "Gesundheitszentren" zusammengefasst werden. Das ist eine gewaltige Zahl, die zeigt, wie groß die Umwälzungen sind, vor denen die Branche steht.
Dass eine Reform nötig ist, zweifelt kaum einer an - zu groß sind die Probleme, die sich über Jahre angestaut haben. Der Personalmangel hat den Effizienzdruck ins Unermessliche steigen lassen, ohne Veränderungen fährt das System an die Wand.
Was ist der Plan bei der Krankenhausreform für die kleinen Häuser?
Die Frage ist: Wird die Reform schnell genug greifen, um den Bestand der Kliniken zu garantieren, die nach den Plänen von Lauterbach als spezialisierte Zentren auch künftig die stationäre Versorgung sichern sollen? Oder droht etlichen Häusern schon zuvor das Ende, weil sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten?
Und was ist der Plan für die vielen kleinen Häuser, die in ihrer aktuellen Form nicht überlebensfähig sind? Branchenvertreter fürchten reihenweise Insolvenzen, bevor die Reform greift, und machen kräftig Druck auf Berlin, damit dort doch noch Geld locker gemacht wird, um sie zu stützen. Ob das die Lösung ist? Vielmehr braucht es schnell Klarheit über die Inhalte der Reform und dann gezielte Hilfen für die Einrichtungen der Zukunft bei der notwendigen Transformation.
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