Die Opfer im Wirtschaftskrieg sind ungleich verteilt
Der Gaslieferstopp rückt näher. Die Folgen werden einige besonders hart treffen, erwartet unser Autor.
Leichtfertig darf man Kriegsmetaphern nicht mehr verwenden. Doch es hilft auch nicht, darum herumzureden: Russland befindet sich im Wirtschaftskrieg mit der EU und der westlichen Welt. Dass Putin die Sanktionen nicht unbeantwortet lassen würde, war absehbar. Als trickreicher Gegenspieler konnte er darauf hoffen, dass die EU sich in der Frage Gaslieferungen gegen Rubel überwirft. Das hat sie nicht getan. Jetzt muss er den Hahn wohl abdrehen und schauen, was passiert.
Die Zeit seit Ausbruch des Krieges wurde sinnvoll genutzt
Trotz erster Studien lässt sich kaum abschätzen, welche Folgen drohen. Wieder einmal können Dominosteine fallen, die keiner auf dem Schirm hat. Sicher ist nur: Vieles wird teurer. Rückblickend lag die Bundesregierung aber richtig, nicht selbst den Hahn abzudrehen.
Wirtschaftsminister Habeck hat die Zeit genutzt, nach neuen Energielieferanten zu suchen, ohne bereits mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Erfolgreich wurde die europäische Einigkeit in dieser Frage beschworen.
Im Sommer werden wir hoffentlich noch über die Runden kommen
Mit etwas Glück wird es möglich sein, ohne größere Einschränkungen der Industrie über den Sommer zu kommen. Der Gasbedarf zwischen Mai und September ist weniger als halb so hoch wie in den Wintermonaten. Im besten Fall schadet der Schritt Putins der russischen Wirtschaft so sehr, dass der Widerstand auch dort wächst.
Die deutsche Wirtschaft wird aber bald schon Verluste erleiden, die sich kaum ausgleichen lassen. Verbraucher werden hart getroffen. Kriegsopfer sind nie gleichmäßig oder fair verteilt. Doch Putin saß von Beginn an am langen Hebel, und er wusste das. Es bleibt nichts anderes übrig, als dagegenzuhalten.
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