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Die höheren Gebühren für Tierärzte sind ein Tropfen auf den heißen Stein

  
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Die höheren Gebühren für Tierärzte belasten die Tierhalter, sind aber notwendig, meint unsere Autorin.

  

Die Novelle der Gebührenordnung für Tierärzte war längst überfällig, daran besteht kein Zweifel. Schließlich wurden die Beträge für tierärztliche Leistungen zuletzt vor fünf Jahren erhöht, damals pauschal um zwölf Prozent, bei Nutztieren um 30 Prozent. Auch jetzt zeichnen sich deutliche Kostensteigerungen ab: Durch die neue Gebührenordnung springt der Betrag für den reinen Schnitt bei einer Kastration bei Kaninchen von rund 19 auf 30 Euro, die Zähne abzuschleifen würde 55 statt 16 Euro kosten.

Das sieht erst einmal nach deutlich mehr Gehalt für die Veterinärmediziner aus. Finanziell werden die Änderungen, die im November kommen, den Ärzten aber wohl kaum Entlastung bringen − zumal die generellen Kostensteigerungen bei Gas und Energie in den Änderungen der Gebührenordnung nicht berücksichtigt wurden.


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Tatsächlich hätten Tierarztpraxen in den vergangenen Jahren laut Bundestierärztekammer mindestens den 1,8- bis zweifachen Satz abrechnen müssen, um überhaupt kostendeckend wirtschaften zu können. Die Gebührenveränderungen sind deshalb nicht mehr als nur der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Zusätzlich kämpfen die Praxen mit Personalmangel, einem hohen Arbeitspensum und mit Engpässen bei der Notdienstbetreuung − das ist auch für Tierbesitzer und Tierschutzvereine verheerend, die die deutlich teureren Tierarztbesuche nun stemmen müssen. Für sie ist keine Entlastung in Sicht.

Wer nun über die Kostensteigerungen murrt, sollte dabei bedenken: Die tierärztliche Versorgung ist unabdingbar und muss deshalb als Leistung entsprechend honoriert werden. Nur so kann der Fortbestand der Tierarztpraxen gesichert werden.

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