Aus für Öl- und Gasheizung? Im grün-braunen Mix muss man flexibel bleiben
Es gibt noch keinen Königsweg bei der Heiztechnik. Weg von Gas und Öl sollte aber nicht bedeuten hin zu Kohle- und Importstrom, findet unser Autor.

Noch sprechen wir nur über Gesetzentwürfe, doch die Richtung scheint klar: Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) und Bauministerin Geywitz (SPD) setzen auf Verbote. Der Einbau von Gas- und Ölheizungen wäre ihren Vorstellungen zufolge von 2024 an nicht mehr erlaubt. In dieser absoluten Form wäre das Gesetz ein finanzielles Fiasko für viele Immobilienbesitzer.
Die Wärmepumpe braucht genau dann Strom, wenn die Erneuerbaren schwächeln
Es führt kein Weg daran vorbei, dass mehr regenerative Energie effizienter eingesetzt werden muss als bisher. Doch nur weil die Luft-Wärme-Pumpe in Neubauten mit Fußbodenheizung funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass sie die Lösung aller Heizungsprobleme ist. Denn ökologisch vorteilhaft ist sie nur bei Wind und Sonnenschein.
Gebraucht wird sie im Winter aber auch bei eisiger Dunkelflaute - genau dann, wenn der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix im einstelligen Prozentbereich liegt. Dann heizt die Wärmepumpe schließlich auch mit Kohle und Gas.
Den letzten Rest an Wettbewerb darf man nicht abwürgen
Das ist kein Plädoyer für Öl- und Gasheizungen. Aber im vorerst unvermeidbaren grün-braunen Mix sollten sie bis auf weiteres eine Unterstützerrolle spielen dürfen. Ein Verbot würde nur kreative Kombi-Lösungen sowie notwendige Investitionen in die Gebäudedämmung verhindern. Stattdessen braucht es Vorgaben, ernst zu nehmende Förderung vom Staat und einen Rest Wettbewerb auf dem überhitzten Markt.
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Kommentare
Thomas Meller am 28.02.2023 17:20 Uhr
Ich habe nichts gegen Wärmepumpen. Wenn es aber schon Pflicht werden soll, dann aber bitte die Rahmenbedingungen für den Einbau auch gleich mir Regeln und anpassen das dieses auch viel häufiger umgesetzt werden können.
Ich spreche hier vom Baurecht mit den Abstandsmaßen zu Nachbarn.
Es kann nicht angehen das es keine Einheitliche Vorgaben zu Grenzabständen gibt. Bevor die Pflicht kommt muss dieses ungebingt eindeutig klar und vertständlich Bundesweit geregelt sein. Nicht jede Komune sein eigenes Spiel treibt.
Es darf dann aber auch nicht sein, das wenn diese Grenzabstände nicht eingehalten werden können diesen Immobilieneigentümern weitere Steine in den Weg gelegt werden.
Lieber eine gut eingestellte funktionierende sparsame Gas- oder Ölheizung als eine alte Heizung die aufgrund von nicht erfüllbaren oder bezahlbaren Vorschriften zu Tode repariert werden muss nur weil sich die Eigentümer nicht in der Lage sehen dieses auch zu bezahlen.
Der Mix aus verschiedenen Wärmequellen macht meines erachtens mehr Sinn als das Blinde verfolgen irgendwelcher Ideologischen Ziele die eh nicht eingehalten werden können.
Thomas Meller