Verkaufsoffene Sonntage bringen Frequenz in die Innenstädte, vor allem in der Pandemie
Die Zustimmung von Verdi zu einem zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag im Herbst 2023 klingt wie Hohn, meint unser Autor.
Den freien Sonntag hat Konstantin der Große vor 1700 Jahren eingeführt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verteidigten Arbeitervereine und Sozialgesetzgebung die Sonntagsruhe, die später Eingang in die Weimarer Verfassung und das Grundgesetz gefunden hat.
Auch in Zeiten von 35-StundenWoche und flexiblen Arbeitszeiten bleiben arbeitsfreie Sonntage wichtige Fixpunkte im Lauf des Kalenderjahres. Diese Regel bestätigen die Ausnahmen. Wenn Busfahrer, Feuerwehr, Pfleger, Polizei und Pfarrer selbstverständlich am Sonntag arbeiten, warum sollen es nicht auch die Mitarbeiter im Einzelhandel tun, zumal diese Arbeitszeit in der Regel deutlich besser vergütet wird als unter der Woche.
Dies gilt umso mehr in diesen Pandemie-Zeiten, in der die Branche ums Überleben kämpft. Verkaufsoffene Sonntage bringen Frequenz in die Innenstädte, sorgen mit attraktiven Rahmenprogrammen für gute Laune beim Kunden und steigende Umsätze beim Händler.
Das ist auch bitter nötig, damit noch möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden können. Wer sich da wie die Gewerkschaft Verdi mit Händen, Füßen und Klageandrohungen vor Gericht gegen einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag wehrt, hat den Schuss nicht gehört und betreibt das Geschäft von Amazon und Co. Die Zustimmung von Verdi zu einem zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag im Herbst 2023 klingt dagegen wie Hohn. Gerade jetzt ist Aufbruchstimmung gefragt. In eineinhalb Jahren wird es für einige Geschäfte längst zu spät sein.
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