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Hausärztliche Versorgung als öffentliche Aufgabe: Die Pflicht ruft

  
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Kommunen werden immer häufiger auf Hausarztsuche gehen müssen. Die medizinische Grundversorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, findet unsere Autorin.

  

Vor zwölf Jahren alarmierte der damalige Hausarzt Dr. Eberhard Druschky zum ersten Mal die Presse, weil er für seine Praxis in der Bahnhofstraße in Bad Rappenau keine Nachfolge fand. Zwei Jahre hatte er zu diesem Zeitpunkt schon gesucht. Schon damals wurde klar, dass Ärztemangel den ländlichen Raum ganz besonders trifft.

In einer alternden Gesellschaft, in der immer mehr Menschen eine gute medizinische Versorgung brauchen, zeichnet sich seit langem ein Engpass ab, der schon in Kürze zu großen Problemen bei der Versorgung kranker Menschen führen wird. Es liegt daher auf der Hand, dass die hausärztliche Versorgung immer mehr zu einer öffentlichen Aufgabe wird: Die Pflicht ruft.

Modelle gibt es verschiedene. Der Bau und die Vermietung attraktiver Praxisräume wie in Fürfeld sind da nur ein Weg. In Eppingen entsteht nördlich des alten Krankenhauses in der Speyerer Straße gerade ein Gesundheitscampus, in dem ab Ende des Jahres mehrere Ärzte sowie eine Apotheke und ein Sanitätshaus unterkommen. Der Bad Rappenauer Oberbürgermeister Sebastian Frei sieht auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ), von einer Kommune gebaut und betrieben, mit Ärztinnen und Ärzten als Angestellte, als eine Möglichkeit, die Versorgung vor Ort sicherzustellen. Der Druck steigt schnell. Und ja, nicht alle Bemühungen um einen neuen Hausarzt am Ort sind am Ende auch von Erfolg gekrönt.

Im Fall Fürfeld hat es geklappt. "Jeder Arzt, der in Bad Rappenau tätig wird, ist ein guter Arzt", sagt daher der OB. Leider wird der Kuchen nicht größer, die Kirchhausener wird der Verlust ihres Hausarztes schmerzen. Bleibt als Trost: Fürfeld ist nur fünf Kilometer weit weg.


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