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15 Milliarden Euro für Chip-Fabriken sind zu viel

  
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Die Chip-Fabriken sind für den Steuerzahler zu teuer, und doch brauchen wir sie. Unabhängigkeit kostet derzeit leider viel Geld, erklärt unser Autor.

  

So viele Milliarden bezahlen deutsche Steuerzahler an Unternehmen, die eigentlich doch sehr profitabel sind. Ob Intel oder TSMC, beide Unternehmen hätten sich den Bau ihrer Chipfabriken selbst finanzieren können. Das Problem: Sie hätten diese Fabriken dann nicht in Europa und sicher nicht in Deutschland gebaut. Wir wollen aber, dass sie hier bauen. Das treibt die Preise.

Deshalb ist die Frage, was man nicht alles mit 15 Milliarden Euro hätte anfangen können, wenig zielführend. Die Frage ist, wie man ohne dieses Geld von Taiwan und damit potenziell von China unabhängig werden könnte. Für die eigenständige Ausbildung der Fachkräfte, den Aufbau von Know-how und die Entwicklung deutscher Unternehmen ist es nun einfach zu spät - so wie man im vergangenen Jahr nicht sagen konnte, wir sparen uns die Milliarden für das Flüssiggas und bauen stattdessen eigene Biogasanlagen.

Chips sind ein Treibstoff der Zukunft

Das heißt aber nicht, dass wir nun irgendein Ziel schon erreicht hätten. Die Investitionen sind nur ein zaghafter Beginn für eine Chipsbranche, die sich selbst trägt. Jetzt muss hier Kompetenz entstehen. Denn Chips sind ein Treibstoff der Zukunft, ohne den unsere Wirtschaft und unser Wohlstand lahmgelegt werden.

Das hat auch die EU erkannt und erlaubt, dass so hohe Subventionen fließen. Der europäische "Chips Act" sieht dazu 43 Milliarden Euro vor, und es ist nicht sicher, ob die ausreichen werden. Sicher ist nur: Der Preis, den Europa bezahlen müsste, wenn es weiterhin erpressbar bleibt, würde deutlich höher ausfallen.


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