Wal im Livestream: Vorbereitungen für neuen Rettungsversuch von „Timmy“ laufen
Der Buckelwal liegt weiterhin vor der Insel Poel bei Wismar. Ein neuer Rettungsversuch für „Timmy“ ist geplant, am Samstag werden letzte Details geklärt. Ein Livestream zeigt die Arbeiten rund um den Wal.
Es soll einen weiteren Versuch geben, den vor Wismar gestrandeten Buckelwal – „Timmy“ oder auch „Hope“ genannt – zu retten. Am Samstag (25. April) soll eine Rinne fertig werden, die vom Wal zum tiefen Fahrwasser hinführt. Am Sonntag oder Montag soll der Wal dann laut den Plänen der privaten Initiative aus seiner Notlage befreit werden. Im Livestream von News5 sind die Arbeiten am Samstag rund um den Wal zu sehen sowie „Timmy“ selbst.
Livestream zeigt Wal vor Insel Poel: Sandsäcke werden am Samstag positioniert
Der bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt am Samstagmorgen noch immer in einer Kuhle vor der Ostsee-Insel Poel. Zu seinem aktuellen Gesundheitszustand könne man keine Angaben machen, teilte ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin mit.
Das Interesse an dem Schicksal des Wals ist weiterhin groß: Über 25.000 Zuschauer verfolgen am Samstag den Livestream. Wie flach das Wasser rund um "Timmy" ist, war zwischenzeitlich gut zu sehen. Ein Helfer schüttete am Mittag immer wieder Eimer voll Wasser über den Rücken des Wals, um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Der Helfer steht dabei gerade mal bis zu den Knien im Meer. Dass der Wal nicht noch mehr aus dem Wasser ragt, ist einzig der gegrabenen Kuhle zu verdanken.
Wasserstand soll wieder steigen – Sandsäcke sollen Wal von flacherem Wasser fernhalten
Die Vorbereitungen für eine Rettung mit einem Lastkahn laufen. Am Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel wurden Dutzende mit Sand gefüllte sogenannte Big Bags von einem Lkw auf eine schwimmende Plattform geladen. Sie sollen zum Wal gebracht werden, um das zwölf Meter lange Tier in seiner Kuhle zu stützen und von noch flacherem Gewässer fernzuhalten, wie die Deutsche Presse-Agenur (dpa) berichtet. Im Livestream ist am Samstag zu sehen, wie ein Bagger die Sandsäcke platziert.
Im Laufe des Tages soll laut Unternehmer Fred Babbel die etwa 100 Meter lange Rinne vom Wal zum tiefen Fahrwasser fertig werden. „Timmy“ soll voraussichtlich am Sonntag oder Montag aus seiner Notlage befreit werden. Für die Bucht mit dem gestrandeten Wal wird für Sonntagmittag ein deutlich steigender Wasserstand vorhergesagt.
Neuer Rettungsversuch für Wal „Timmy“: Was genau ist geplant?
Das neue Rettungskonzept für den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee hat bisher kein grünes Licht von den Behörden bekommen. Es seien noch immer einige Fragen zu klären, teilte der Umweltminister am Freitagabend mit. Die letzten Punkte sollen am Samstag geklärt werden.
Das Konzept sieht vor, den tonnenschweren Meeressäuger von seinem jetzigen Liegeplatz im flachen Wasser durch eine eigens gegrabene, mehr als 100 Meter lange Rinne zu einem großen, absenkbaren Lastkahn zu bewegen.
Im Fahrwasser soll ein 50 mal 30 Meter großer, mit Wasser gefüllter Lastkahn warten, der den Meeressäuger – wenn alles glattläuft – in Richtung Nordsee schippern wird.Der für die Rettung vorgesehene Transportkahn verspäte sich jedoch, räumte die Tierärztin der privaten Rettungsinitiative, Kirsten Tönnies, am Freitagabend ein. Einen genauen Zeitpunkt nannte sie nicht.
Durch eine geöffnete Klappe am Heck soll das Tier entweder selbstständig in den Kahn schwimmen oder behutsam hineinbugsiert werden. „Notfalls müssen wir diese Hilfsmittel, diese weichen Schlingen, mit dazunehmen, vielleicht kriegen wir’s auch so hin“, sagte Tönnies. Den Wal mit Hilfe von Gurten zu bewegen, hatten die Behörden in der Vergangenheit als zu belastend für das Tier abgelehnt. (lis/dpa)


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