Wal-Drama im Livestream: "Timmy" soll am Sonntag gerettet werden - Vorbereitungen laufen
In der Ostsee versuchen Helfer seit Wochen, den gestrandeten Wal "Timmy" zu retten. Die Aktion vor der Insel Poel gestaltet sich schwieriger, als zunächst angenommen. Nun soll ein Lastkran zum Einsatz kommen. Die Rettung im Livestream:

Wal "Timmy" sorgt nun schon seit Wochen für Aufregung in der Ostsee. Der gestrandete Buckelwal soll nach langem Hin und Her doch noch von einer privaten Initiative gerettet werden. Doch die Aktion gestaltet sich schwieriger, als zunächst angenommen.
Auch am Freitagmorgen (24. April) liegt das Tier noch immer in der für ihn künstlich geschaffenen Kuhle vor der Insel Poel. Das teilt die Wasserschutzpolizei mit. Die Kuhle wurde geschaffen, weil das Tier aufgrund des niedrigen Wasserstandes der vergangenen Tage von seinem eigenen Gewicht erdrückt zu werden drohte. Mit einem Lastkran soll das "Timmy" in den kommenden Tagen befreit werden. Die Vorbereitungen auf den Einsatz im Livestream:
Buckelwal im Livestream: „Timmy“ soll mit Lastkran gerettet werden
Wal-Rettung mit Lastkran: Das plant die private Initiative in der Ostsee
Damit hat das Team eine neue technische Variante im Blick. Wie ein Mitglied der Initiative mitteilte, soll der rund zwölf Tonnen schwere Wal mit einer sogenannten Barge – einem Lastkran – transportiert werden. Allerdings wohl erst frühestens am Sonntag. Fred Babbel, der Chef des von der Rettungsinitiative beauftragten Baggerunternehmens, geht davon aus, dass der Wal am Sonntag oder Montag von seinem jetzigen Liegeplatz im flachen Wasser weggeholt werden könne.
Dafür soll bis Samstagfrüh eine 110 Meter lange, 10 Meter breite und 2 Meter tiefe Rinne vom Liegeplatz des Wals zum tiefen Fahrwasser geschaffen werden, wie Babbel am Donnerstag sagte. 40 Meter seien bereits geschafft, heute sollen demnach weitere 40 Meter folgen.
Wie der Lastkran bei der Walrettung helfen soll
Bei dem Lastkran handelt es sich um einen etwa 15 Meter breiten, absenkbaren Lastkahn, der nicht selbstständig fährt, sondern von Schleppern gezogen wird. Die Barge sei auf dem Weg aus dem Hamburger Raum, hieß es weiter. Wann genau sie eintreffe, sei nicht klar. Geplant sei zuvor noch ein Stopp in einer Werft in Wismar. Beim Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern wollte man sich vor einer Lagebesprechung nicht zu den Details äußern.
Wal-Rettung dauert schon Wochen an – Sorge um "Timmy" in der Ostsee
Seitdem der Meeressäuger vor Poel liegt, gibt es viel Trubel und Lärm um das geschwächte Wildtier und es lässt sich nur erahnen, wie viel Stress und Angst es durchlebt. "Wie unsere Forschung zeigt, können sich die Folgen für genau die Tiere, die wir schützen wollen, verschlechtern, wenn wissenschaftliche Empfehlungen zugunsten der öffentlichen Meinung außer Acht gelassen werden", schrieb Karen Stockin von der Massey University in Neuseeland im Wissenschaftsmedium The Conversation.
Wahre Fürsorge bedeute im Wildtierschutz manchmal auch die schmerzhafte Entscheidung zur Zurückhaltung, wenn die Wissenschaft keine Hoffnung auf Genesung sieht. "Große, charismatische Tiere wie Wale rufen starke emotionale Reaktionen hervor", erklärte Stockin. "Sie sind intelligent, ausdrucksstark und wirken sichtlich hilflos, wenn sie gestrandet sind." Für viele Menschen erscheine es moralisch inakzeptabel, nicht einzugreifen, wobei Untätigkeit oft als Vernachlässigung empfunden werde.
Stimme.de