Schreckschusspistolen bei Vinted: So reagiert das Unternehmen
Luft- und Schreckschusspistolen werden von Nutzern aus dem Ausland auf dem Online-Marktplatz angeboten. Einige verstoßen gegen das Waffengesetz. Nun äußert sich das Unternehmen auf Stimme-Nachfrage.
Luft- und Schreckschusspistolen wurden von privaten Nutzern auf der Second-Hand-Plattform Vinted zum Kauf angeboten. Einige von ihnen verstoßen gegen das Waffengesetz, wie Stimme-Recherchen zeigen. Die Angebote werden auch Nutzern in Heilbronn und Hohenlohe angezeigt. Käufern aus Deutschland drohen bei einem Kauf Gefängnisstrafen. Nun nimmt das Unternehmen mit Sitz in Litauen Stellung.
„Scharfe Waffen“ bei Vinted angeboten – Online-Marktplatz nimmt Stellung
Wie das Unternehmen am Mittwoch auf Stimme-Nachfrage mitteilt, seien Waffen auf Vinted „nicht erlaubt“. Das sei in den Katalogregeln festgelegt, die Teil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen seien. „Auch realistische Spielzeugwaffen wie Airsoft-Waffen sind verboten“, stellt Vinted klar.
Die Heilbronner Stimme hatte dem Waffenexperten Lars Winkelsdorf Screenshots zweier beispielhafter Angebote vorgelegt, die am Montag, 6. April, von privaten Nutzern aus Italien und Frankreich für jeweils 160 und 250 Euro angeboten wurden. Bei den Luft- und Schreckschusspistolen handele es sich um erlaubnisfreie Waffen, erklärte Winkelsdorf. Damit sie legal erworben werden können, müsse jedoch ein Prüfkennzeichen ’F im Fünfeck’ dauerhaft und sichtbar angebracht sein. „Fehlt es und ist somit nicht ersichtlich, ob 7,5 Joule überschritten werden, zählt die Pistole als scharfe Waffe.“
Käufer aus Deutschland würden sich bei einer Bestellung strafbar machen. Ihnen drohen im schlimmsten Fall bis zu fünf Jahre Gefängnis, sagt Winkelsdorf.
Waffen-Angebote von Vinted nach Stunden entfernt – immer wieder Kritik an Unternehmen
Vinted erklärt auf Stimme-Nachfrage, das Unternehmen würde „sofort“ einschreiten, sobald es von „illegalen Angeboten“ erfahre – etwa durch eigene Erkennungstools oder Meldungen von Mitgliedern. „Verstößt ein Angebot oder das Verhalten eines Mitglieds gegen unsere Regeln, greifen unsere bestehenden Verfahren, bis hin zur dauerhaften Sperrung des Mitglieds.“ Die auf Vinted angebotenen Pistolen sind mittlerweile von der Plattform entfernt worden – allerdings erst nach Stunden.
Vinted ist in über 20 Ländern aktiv und zählt nach eigenen Angaben etwa 28 Millionen Nutzer pro Monat. Es ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen in die Kritik gerät. Im Jahr 2024 berichtete der WDR in der Sendung „Servicezeit“ über gehäufte Betrugsfälle, die Nutzer beklagten. Vinted wies die Vorwürfe zurück.
2025 geriet das Unternehmen erneut in die Schlagzeilen. Wie NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung berichteten, sollen Fotos von mindestens 100 Vinted-Nutzerinnen ohne ihr Wissen in einem sexualisierten Telegram-Kanal geteilt worden sein. Die Online-Plattform wies auf eine „Null-Toleranz-Politik“ hin, wenn es um unerwünschte, sexuell-explizite Kommunikation gehe und verwies auf eine Meldefunktion für unangemessene Nachrichten.


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