„Ich habe Krebs“ – TV-Moderator Thomas Gottschalk bricht sein Schweigen
TV-Moderator Thomas Gottschalk hat erstmals öffentlich über seine Krebserkrankung gesprochen. In einem „Bild“-Interview erklärt er, warum er jetzt offen über die Diagnose spricht.
Die Moderatoren-Legende Thomas Gottschalk ist an Krebs erkrankt. Das berichtet die „Bild“-Zeitung am Sonntagabend in einem exklusiven Interview mit dem Fernsehstar. Demnach sagte Gottschalk (75) dem Blatt: „Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs.“ Sein Leben sei von Operationen bestimmt, er müsse starke Schmerzmittel einnehmen. Auch seine Frau Karina wird in dem Text zitiert: „Wir dachten, es geht ihm trotzdem gut damit. Zu Hause ist er wie immer. Witzig, frech, gut gelaunt. Erst bei der Bambi-Verleihung realisierten wir, welche Nebenwirkung diese Medikamente haben.“
Verwunderung nach Fernseh-Auftritt von Gottschalk
Die Enthüllung folgt auf einen erneuten öffentlichen Auftritt, bei dem Gottschalk verwirrt wirkte. Zwei Wochen nach seiner viel kritisierten Bambi-Moderation wurde er am Freitagabend selbst ausgezeichnet, mit dem österreichischen TV-Preis Diamant-Romy. Er erhielt die Auszeichnung in Kitzbühel in Anerkennung seiner TV-Leistungen.
Anfangs sprach er leicht gebückt ins Mikrofon, hob dann den offensichtlich zu niedrig eingestellten Mikrofonständer an und erklärte dies. So wandte er sich dem neben ihm stehenden österreichischen Regisseur Otto Retzer zu. „Otto, für dich wäre das sogar ein Tipp für einen Film, eine Romy für Tommy, aber ich glaube, in dem Fall wär eine Serie besser, die vielen Romys für Tommy.“ Beim Fortfahren wiederholte er mehrfach die Worte Romy und Tommy. „Es reimt sich nicht ganz leider, muss ich sagen. Ich bin gewohnt, dass sich die Dinge reimen. Aber ich hab mir das nicht so genau überlegt, wie ich mir vieles in meiner ganzen Karriere nicht überlegt habe, was ich gesagt habe.“

Dann zählte er mit Blick auf den Boden die Zeit runter. Bei Fernsehsendungen zeigen rückwärts laufende Uhren an, wie viel Zeit den Moderatoren noch bleibt. „30, ich hab noch 29 Sekunden, 28, 27, 26, 25 – hier läuft die Zeit runter, man sieht wie viel Zeit man noch hat, aber wo bleibt die Romy?“ Weitere Aussagen Gottschalks wirkten ebenfalls unpassend und verwirrt.
Thomas Gottschalk über Krebserkrankung: „Ein seltener, bösartiger Tumor“
Nach diesem Auftritt wurde vor allem in sozialen Medien viel spekuliert, etwa ob Gottschalk an Demenz erkrankt sei. Es gab auch einige Kritik an den Veranstaltern, unter anderem hieß es, der Moderator sei „vorgeführt worden“. Offenbar entschied das Ehepaar als Folge, die gesundheitlichen Probleme öffentlich zu machen. Die Diagnose vom Juli 2025 laute epitheloides Angiosarkom, wie „Bild“ berichtet. Das sei ein seltener, bösartiger Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgeht“, wird seine Ehefrau Karina zitiert. Thomas habe sofort operiert werden müssen.
„Sie mussten sowohl einen Teil der Harnleiter als auch von der Blase wegnehmen.“ Daraufhin habe er ein zweites Mal operiert werden müssen und nehme bis heute starke Schmerzmittel ein.
Thomas Gottschalk selbst bezeichnete es in der „Bild“ als „seinen größten Fehler“, dass er nach der Diagnose weitergemacht habe, wie zuvor: „Aber ich hatte fest zugesagte Engagements und Verträge, die ich erfüllen wollte.“ Ihm sei nicht klar gewesen, dass die Schmerzmittel auch seine kognitiven Fähigkeiten beeinflussen würden, heißt es weiter: „Ich war nicht darauf vorbereitet, dass mir jemals so etwas passieren könnte. Mit diesen Tabletten fühle ich mich, als würde ich mit meinem Kopf in einer Waschmaschine stecken.“

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