Vorsicht Sonne! Was man beim Sonnenbaden beachten sollte

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Der Frühling verwöhnt uns gerade mit Sonne satt. Wer will sich da nicht den ganzen Tag draußen aufhalten und ein bisschen Sommerbräune holen? Doch Hautärzte warnen: Gerade Kleinkinder brauchen jetzt besonders intensiven Schutz.

Von Valerie Blass

Endlich Sonne! Die meisten Menschen sind glücklich, dass der Frühling da ist und genießen die Tage bei Gartenarbeit, Besuchen im Biergarten oder einer Mittagspause unter freiem Himmel. Unsere Haut freut sich indessen nur bedingt - denn viel Sonne bedeutet für sie jede Menge Stress. Wichtige Fragen und Antworten:

 

Wie gut tut die Sonne der Haut?

Sonnenschein ist in vielerlei Hinsicht gut für den Organismus: er wirkt sich positiv auf die Stimmung aus, man ist wacher, fühlt sich leistungsfähiger. Sonne regt die Vitamin-D-Bildung an, was gut ist für die Knochenstärke. Auch Menschen mit unreiner Haut oder Krankheiten wie Neurodermitis haben im Sommer weniger Beschwerden, denn Sonne wirkt entzündungshemmend. Aber: Zu viel Sonne, besonders so plötzlich so starke Sonneneinstrahlung nach einem langen Winter, bedeutet Stress für die Haut.

 

Täuscht der Eindruck, oder ist die Frühlingssonne stärker als früher?

Das Frühjahr kommt womöglich etwas später, aber dafür mit Wucht. Das bedeutet, dass die Sonne jetzt schon in einer Intensität scheint wie im Sommer. Für die Haut ist es problematisch, wenn sie sich nicht langsam an die Sonne gewöhnen kann. Das bedeutet selbst für Menschen mit etwas dunklerem Hauttyp, die nicht extrem lichtempfindlich sind: Sie können schon nach 15 bis 20 Minuten Aufenthalt in der Sonne einen Sonnenbrand bekommen. Und das ist schlecht, denn jeder Sonnenbrand beschleunigt die Hautalterung und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

 

Wie kann man sich schützen?

Lange ungeschützt in der Sonne liegen ist nicht ungefährlich. Foto: dpa
Lange ungeschützt in der Sonne liegen ist nicht ungefährlich. Foto: dpa  Foto: Arne Bänsch (dpa)

Am wichtigsten ist das richtige Verhalten. Das heißt erstens: Sich möglichst nicht oder nur kurz in der Mittagssonne aufhalten. Zweitens: sich durch Kleidung schützen. Also bei Aufenthalten im Freien - etwa bei der Gartenarbeit oder zum Sport - einen Hut aufsetzen, Kleidung mit UV-Schutz tragen und eine gute Sonnenbrille nicht vergessen. Drittens: Wenn man doch länger in die Sonne muss, Sonnenschutz auftragen. Und zwar reichlich und am besten mit Lichtschutzfaktor (LSF) 50 plus. Die Flasche sollte mit "sehr hoher Schutz" gekennzeichnet sein. Dermatologe Daniel Schaefer sagt: "Die Leute sollten nicht lange überlegen müssen, welcher Lichtschutzfaktor aufzutragen ist. Wir raten, immer LSF 50plus in der Tasche zu haben. Da macht man nichts falsch."

 

Ist es zu spät, wenn man kleine Hautveränderungen bemerkt?

Sonnenschutz gilt als wichtigste Hilfe gegen Hautalterung. Wenn kleine Veränderungen wie Pigmentierungen (dunklere Flecke auf der Haut) oder Fältchen auftreten und man sofort reagiert und sich konsequent eincremt, kann man Einiges reparieren. Grundsätzlich gilt: Der Hautarzt sollte im Zweifel beurteilen, ob Veränderungen gutartig sind.

 

Wie schützt man Kinder?

Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht ausgereift. Und Studien belegen: Wer als Kind häufig einen Sonnenbrand hatte, für den ist das Risiko - auch schon als junger Erwachsener - an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, erhöht. Deshalb gilt: Kinder unter drei Jahren sollten überhaupt nicht in die pralle Sonne. Hautärztin Annette Schaefer bemängelt, dass die Planschbecken vieler Freibäder in der Sonne sind. "Das dürfte nicht sein." Sie appelliert an Eltern: Kleinkinder der prallen Sonne auszusetzen, ist ein echtes Problem. An heißen Tagen solle man morgens mit den Kindern rausgehen - aber auch da nur mit Hut inklusive Nackenschutz und gut eingecremt. "Ansonsten sollte man zwischen 11 und 16 Uhr nicht ins Freie."

 

Sollte man auf den Sommerurlaub im Süden mit Kleinkind lieber verzichten?

Vieles, was sinnvoll wäre, um die Haut zu schützen, ist schlecht umsetzbar, räumt Schaefer ein. Man sollte jedoch versuchen, so gut wie möglich vorzubeugen. Dazu gehört beim Badeurlaub Kleidung mit UV-Schutz - Hinweise dazu gibt es auf den Internetseiten des Bundesamtes für Strahlenschutz (www.bfs.de). Konventionelle Kleidung - ein T-Shirt etwa - bietet keinen verlässlichen Schutz.

 

Bis zu welchem Alter muss man besonders auf Hautschutz achten?

Sonnenschutz ist in jedem Alter wichtig, so viel steht fest. Die Zeit vor dem dritten Lebensjahr wird jedoch als besonders problematisch angesehen.

 

Die Experten

Annette Schaefer und Daniel Schaefer, beide Dermatologen in Öhringen. Daniel Schaefer ist Sprecher des Netzwerks Hautkrebs, unter dessen Dach die SLK-Hautklinik und niedergelassene Dermatologen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie dem Hohenlohekreis zusammengeschlossen sind. Das Ziel: Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit zur Haut-Gesundheit. Die Mitglieder veranstalten regelmäßig Aktionen zum Bereich Haut und Sonne - zum Beispiel Infoabende in Kindergärten oder Aufklärungs-Tage in Freibädern.

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