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Protest und Umbrüche bei der Berlinale

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Der Wettbewerb der Berlinale ist gestartet: Mit einer politische Aktion auf dem Roten Teppich bei der Eröffnungsgala und dem Film "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" die erste deutsche Produktion.

Zwei Aktivisten der Klimagruppe Letzte Generation klebten sich auf dem Roten Teppich fest. Als erster Film wurde die Komödie "She came to me" gezeigt.
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Zwei Aktivisten der Klimagruppe Letzte Generation klebten sich auf dem Roten Teppich fest. Als erster Film wurde die Komödie "She came to me" gezeigt. Foto: dpa  Foto: Jörg Carstensen

Es wurde der emotionale Moment, den viele erwartet hatten. Bei der Eröffnungsfeier der 73. Berlinale am Donnerstagabend hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Filmschaffende und Künstler aufgerufen, sein Land zu unterstützen. In einer Live-Videoschalte spannte der 45-Jährige einen Bogen vom Krieg zum Film.

"Das Kino kann Barrieren überwinden, echte wie ideologische", sagte Selenskyj, der in seiner Rede auch auf Wim Wenders" Film "Der Himmel über Berlin" verwies, in dem sich Engel über die Berliner Mauer hinweg bewegten. "Wo einst die Mauer stand, schlägt heute das Herz der Berlinale." Und weiter: "Heute ist es Russland, das so eine Mauer in der Ukraine errichten möchte zwischen uns und Ihnen." Stehende Ovationen gab es im Saal von der versammelten Prominenz aus Film, Politik und Gesellschaft.


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Die Jury: (von links) Radu Jude, Valeska Griesebach, Carla Simon, Jurypräsidentin Kristen Stewart, Golshifteh Farahani, Johnny To und Francine Maisler.
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Zurück im Regelbetrieb: Die Filmfestspiele in Berlin sind gestartet


Zwei Aktivisten der Letzten Generation

Eine politische Aktion fand bereits vor der Gala auf dem Roten Teppich statt. Zwei Aktivisten der Klimagruppe Letzte Generation klebten sich vor dem Gebäude am Potsdamer Platz fest. Zu größeren Störungen kam es dadurch nicht, die meisten Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt schon den Saal des Berlinale Palasts betreten.

"Wie schön es ist, in Sicherheit und Freiheit zusammenzukommen, um Filme aus aller Welt zu genießen. Doch das wird keinen Bestand haben, wenn wir weiter zulassen, dass die Regierung unsere Lebensgrundlagen zerstört", schrieb die Letzte Generation auf Twitter zu der Protest-Aktion.

In einem Dorf im Osten

Mit spannenden Beiträgen ist indes der Wettbewerb der Berlinale gestartet - auch mit einer deutschen Produktion. "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" von Regisseurin Emily Atef ("3 Tage in Quiberon") nach dem Bestseller-Roman von Daniela Krien beleuchtet eine Zeit des politisch-atmosphärischen Umbruchs in einem kleinen Ost-Dorf kurz nach der Wende. Und eine Amour fou zwischen der 19 Jahre alten Maria (Marlene Burow) und dem mehr als zehn Jahre älteren Hofnachbarn Henner (Felix Kramer).



Über zwei Stunden entfaltet sich eine intensive Coming-of-Age-Geschichte, in der auch die Zerrissenheit der ehemaligen DDR-Bewohner genügend Raum findet.

Aufstieg und Fall von BlackBerry

Ein starker Wettbewerbsbeitrag, der aber wohl kaum Chancen auf den Goldenen Bären haben dürfte, kommt von Regisseur Matt Johnson. Humorvoll und kurzweilig erzählt er in "BlackBerry" den Aufstieg und Fall des gleichnamigem kanadischen Unternehmens, das um die Jahrtausendwende das erste Smartphone auf den Markt brachte und Pionierarbeit leistete. Durch die Einführung der Touchscreen-Technologie und vor allem des iPhones im Jahr 2007 geriet der Handyanbieter immer mehr außer Mode.

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